Donnerstag, 24. Dezember 2015

Rezension | "Hinter verzauberten Fenstern" von Cornelia Funke

Fischer KJB | Taschenbuch | 192 Seiten | 1. Oktober 2009 | 978-3596809271


Inhalt (Quelle: Buchrücken)
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Gleich hinter dem ersten Türchen lauert eine Riesenenttäuschung, zumindest auf den ersten Blick. Eigentlich hat sich Julia das ja ohnehin schon gedacht, als Mama für ihren kleinen, schleimigen Bruder Olli den wunderschönen Adventskalender mit Schokoladenfiguren aus der Tasche zog und ihr, nur weil sie mit neun Jahren angeblich zu alt für Schokoladengeschenke ist, nur ein lächerlicher Kalender aus Papier mit einem glitzernden Haus vorne drauf übrig bleibt. Und dann verbirgt sich hinter dem ersten Türchen auch tatsächlich ein alberner Dachboden voller Gerümpel! Aber trotzdem: Irgend etwas ist besonderes an dem Geschenk der Mutter. Und wirklich entdeckt Julia, dass ihr Adventskalenderhaus voller Leben und voller Geschichten mit Königen, Lügnern, Zwergen und verlorenen Geheimnissen steckt, in die sie selbst eintauchen und hineinspazieren kann. Und das wird auch für Leser zu einem echten, kunterbunten Vorweihnachts-Vergnügen.

Die Autorin (Quelle: Amazon.de)
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Richtig bekannt wurde die 47-jährige Illustratorin Cornelia Funke erst, als sie vom Zeichenstift an die Computer-Tastatur überwechselte und phantastische Kinderbücher für Kinder und Erwachsene schrieb. Drachenreiter, Herr der Diebe, Tintenblut und Tintenherz legen hiervon beredtes Zeugnis ab. Hinter verzauberten Fenstern hat im Vergleich zu diesen Mega-Sellern vielleicht die kleinere, stillere Geschichte, ist aber nicht weniger phantasievoll als diese. Und auch hier kommt zum Tragen, dass Funke als Zeichnerin angefangen hat: denn sie zeichnet ihre literarischen Bilder derart lebendig und warm, dass man ihr selbst die größte Fiktion dankbar glauben will. Hinter verzauberten Fenstern ist ein wundervoll leises, märchenhaftes Buch, bei dem sich dem Leser hinter jeder Seite eine neue Welt eröffnet. Wie bei einem guten Adventskalender eben -- und vor allem bei solchen, die nicht aus Schokolade sind und auf den ersten Blick etwas enttäuschend wirken. Schade ist da nur, dass es statt 24 nur 16 Kapitel gibt.

Meinung
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Ich habe das Buch von einer Freundin zu Weihnachten geschenkt bekommen, nachdem sie mir zuvor schon davon vorgeschwärmt hat - und was soll ich sagen? Sie hat zurecht geschwärmt.

Hinter verzauberten Fenstern ist eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte, vor allem für Kinder. Sie fängt wenig spektakulär damit an, dass Julia einen Adventskalender geschenkt bekommt - aber keinen Schokoladenkalender, sondern einen "blöden", der ein Haus mit 23 Fenstern zeigt. Schnell entwickelt sich jedoch ein Abenteuer, das mich als Leser sehr fasziniert hat. Vor allem die Illustrationen sind einfach toll und ich habe manche Bilder minutenlang betrachtet. Aber auch die Geschichte ist sehr schön, zuckersüß, fantasievoll und stellenweise sogar spannend (hier muss man aber wirklich bedenken, dass es ein Kinderbuch ist, denn die Konflikte klären sich sehr schnell auf und alles geht sehr glatt - was mich aber nicht wirklich gestört hat).
Die Hauptcharaktere sind sehr liebenswert und gerade Julias neue Freunde hätten durchaus das Potential zu einer längeren Geschichte.

Mich hat das Buch sehr begeistert. Immer, wenn Julia ein neues Türchen geöffnet hat, war ich schon ganz gespannt, was sich diesmal dahinter verbirgt. Für meinen Geschmack hätte das ganze sogar noch ein wenig ausführlicher geschildert werden können, ich hätte gerne mehr über die Fenster erfahren und dort mehr erlebt.
Aber auch in seiner Kürze ist Hinter verzauberten Fenstern eine Geschichte, die wunderbar zur Weihnachtszeit passt und von der ich mir sehr gut vorstellen kann, sie irgendwann meinen Kindern vorzulesen.
★★★★ 4/5 Sterne

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Diese Rezension wurde ursprünglich am 3. Januar 2014 hier veröffentlicht.

Kommentare:

  1. Hallo,

    was entdecke ich denn hier? Es ist eines der Lieblingsbücher meiner Kinder gewesen. Ich weiß gar nicht, wieviele Jahre wir das immer wieder gelesen haben!

    Liebe Grüße
    Barbara

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    1. Hey,

      ich hatte das Buch ja erst als Erwachsene gelesen, eine Freundin hatte es mir zu Weihnachten geschenkt und dann habe ich es gleich verschlungen. Eine sehr schöne Geschichte, die man auf jeden Fall immer wieder lesen kann :)

      Liebe Grüße,
      Kerstin

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