Montag, 4. April 2016

Rezension | "Ich schweige für dich" von Harlan Coben

Goldmann | Broschiert | 416 Seiten | 14,99 € | 08.03.2016 | 978-3442205042


"Zu Hause, im sicheren Hafen, [...] – in diesem Hort familiärer Ehrlichkeit, wenn man so wollte. Es klang kitschig, aber genau das war die Aufgabe einer Familie." // Seite 82





In jeder Ehe gibt es dunkle Geheimnisse – das muss auch Adam Price erfahren, stolzer Vater zweier Söhne und seit vielen Jahren glücklich verheiratet mit der scheinbar perfekten Corinne. Bis ihn eines Tages ein völlig Fremder anspricht. Ein Fremder, der Dinge weiß über Corinne, die Adams amerikanischen Vorstadttraum abrupt zerplatzen lassen – und ihn in einen wilden Zwiespalt stürzen: Soll er seine Frau mit dem konfrontieren, was er erfahren hat? Oder soll er schweigen für sie und für ihre Kinder? Und wer ist überhaupt dieser geheimnisvolle Fremde, warum will er Adams Familie zerstören? Dann verschwindet Corinne spurlos. Und während Adam sich auf eine verzweifelte Suche macht, wird aus einer Familienangelegenheit ein düsteres Komplott, bei dem eine einfache Wahrheit Leben kosten kann ...



Da "Ich vermisse dich" von Harlan Coben für mich ein persönliches Highlight war und mich zum ersten Mal auf den Autor aufmerksam gemacht hat, war ich gespannt, was Ich schweige für dich für mich bereit hält.

Ich schweige für dich verspricht Spannung ab der ersten Seite. Ich wollte sofort wissen, was "Der Fremde" von ihm will und warum Adam auf einmal glaubt, dass seine Familie wohl doch nicht so die perfekte Bilderbuch-Familie ist, wie er selbst gedacht hat. Was mich an Harlan Coben fasziniert, ist die Art und Weise wie er schreibt. Er schafft es, dass man sich als Teil der Geschichte fühlt. Man möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht, welche Fährten falsch und welche richtig sind und ob man mit dem persönlichen ernannten Täter Recht hatte. Durch seinen spannenden Schreibstil fliegen die Seiten oftmals nur dahin und bieten einen Thriller, den man am liebsten gar nicht aus der Hand legen möchte.

Hauptprotagonist Adam erschien mir als Charakter sehr gelungen. Genau wie er wollte ich auch wissen, was vor sich geht und habe jeden noch so kleinen Hinweis ernst genommen und darüber nachgedacht. An manchen Stellen agierte er mir persönlich als besorgter Ehemann zu passiv, da sich aber am Ende alles zu einem großen und ganzen zusammenschiebt und da seine sonstigen Emotionen echt und mitfühlend auf mich wirkten, konnte ich letzten Endes darüber hinwegsehen. Nicht nur Adam, auch seine Kinder und einzelne Figuren aus der Kleinstadt haben mich überzeugt und haben der Geschichte einen realen Touch gegeben. Corinne war mir anfangs sehr unsympathisch. Das lag natürlich einerseits an dem Geheimnis, das sie mit sich rumgetragen hat und dass sie ihren Mann belogen hat. Rückblickend konnte ich jedoch auch Corinne in mein Herz schließen – viel zu sehr erschien es mir, als hätte sie gar nicht lügen wollen und als hätte sie es bezüglich des Internetbrowsers und der Kredtikartenabrechnung darauf angelegt, dass Adam sie ertappt und die Wahrheit herausfindet.

Spannend und packend war auch Harlan Cobens Schreibstil. Die Schilderungen von Emotionen, die Art und Weise, wie Adam auf jeden Fall seine Kinder beschützen möchte und die "Nebenstory" mit dem Fremden haben dazu geführt, dass ich unbedingt weiter lesen wollte. Ebenso laden die kurzen Kapitel dazu ein, das Buch in einem Stück zu beenden. Das Cover gefällt mir besonders gut. Die düstere Stimmung findet sich auch in der Geschichte wieder und gibt dem Thriller eine würdige Verpackung.


Auch Harlan Cobens neustes Werk konnte mich überzeugen. Langsam werde ich wirklich zu einem Fan. Das Design, der Schreibstil, die Charaktere und die Geschichte an sich bilden ein fast perfektes Gesamtpaket. Das Ende war für mich persönlich ein wenig zu vorhersehbar, deswegen gibt es einen Stern Abzug. Trotzdem: eine absolute Leseempfehlung.





"Die Welt schert sich einen feuchten Kehricht um uns und unsere Problemchen. Das wollen wir nie wirklich wahrhaben." // Seite 58


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