Samstag, 25. Juni 2016

Rezension | "Stirb, mein Prinz" von Tania Carver

Ullstein Verlag | Taschenbuch | 528 Seiten | 07. Januar 2015 | 978-3548286822

"Sie saßen da, schweigend und ohne sich zu rühren [...] nebenan ein Kind spielte, sorgenfrei und nicht ahnend, dass die Welt ein Ort des Bösen sein konnte." // Seite 65 

 

Ein grauenhafter Fund: Im Keller eines alten Hauses steht ein Käfig aus Menschenknochen. Und darin ein verwahrlostes Kind. Wer ist dieser Junge? Wer hat ihm das angetan? Mit ihren Ermittlungen stören Kommissar Phil Brennan und Profilerin Marina Esposito einen kaltblütigen Menschensammler, der seit mehr als dreißig Jahren einem grausamen Ritual folgt. Und dieser Killer duldet keine Einmischung. Er will den Jungen zurück.


Stirb, mein Prinz ist der dritte Teil der Phil Brennan Reihe von Tania Carver. Meiner letzten Recherche nach sind bisher fünf Teile auf Deutsch erschienen. Meine persönliche Einschätzung ist, dass die Bücher, obwohl sie offiziell als Reihe deklariert werden, auch unabhängig von einander gelesen werden können. Dafür passiert im privaten Umfeld der Ermittler zu wenig, außerdem werden wichtige Ereignisse aus den früheren Teilen oftmals von der Autorin nochmal aufgegriffen und erklärt.

Ich mag die Bücher von Tania Carver sehr gerne, da sie geballte Spannung von vorne bis hinten enthalten, so auch bei Stirb, mein Prinz. Außerdem stehen komplexe Handlungsstränge, viel Ermittlerarbeit, aber auch private Gefühlsregungen im Vordergrund. Ein Kult-Mord einer Sekte, der bei diesem Buch eine Rolle spielt, war nicht unbedingt mein Fall, da mich Sekten-Praktiken und Kulten nicht besonders interessieren, doch trotzdem erschien mir die Geschichte zu keinem Zeitpunkt uninteressant oder unoriginell. Ein egozentrischer Chef, Phils Kampf mit alten Erinnerungen und ein schwieriger Fall ergeben in Stirb, mein Prinz zusammen die perfekte Kombination aus Action, Spannung, Abartigkeit und Grauen. 

In diesem Werk erfährt man aber einige neue Details über die Vergangenheit des Hauptprotagonisten Phil Brennan, die auch einen direkten Bezug zum Fall bietet. Phil wird dabei – nicht nur als Ermittler – oft an seine Grenzen gebracht. Er war mir schon in den ersten beiden Bänden sehr ans Herz gewachsen, daher habe ich mich sehr auf ihn und seinen neuen Fall gefreut. Er ist ein sehr intelligenter Kopf mit schlauer Ermittlungstechnik und seine selbstlose Art machen ihn auch bei seinen Kollegen sehr beliebt. Aber nicht nur er, sondern auch die anderen Charaktere wirkten authentisch und gut in die Ermittlungen integriert. Ich bin zwar nicht mit allen Figuren warm geworden, aber das gehört nun auch manchmal dazu.

Den Schreibstil der Autorin fand ich wie immer gelungen und ansprechend. Kein Buch von Tania Carver wirkt langweilig, weil sie es einfach versteht, Geschichten zu schreiben, die man verschlingen möchte.

Das Cover gefällt mir ebenfalls sehr gut. Die Gestaltung unterscheidet sich enorm von den anderen Teilen, was nochmal unterstreicht, dass ein Lesen der anderen Bände nicht unbedingt erforderlich ist. Ratsam ist es aber in jedem Fall.

Stirb, mein Prinz bietet trotz seines diskutierten Titels (wer/wo ist der Prinz?) einen action-geladenen Thriller mit einem tiefgründigen Ermittlerteam, das wie immer gegen die Zeit arbeiten muss. Die logischen und teilweise komplexen Handlungsstränge haben bei mir Suchtfaktor erzeugt; auf jeden Fall ein empfehlenswertes Buch.


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Habt ihr Stirb, mein Prinz schon gelesen?
Oder ein anderes Buch von Tania Carver?
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

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