Freitag, 3. Februar 2017

Rezension | "Die Stadt der Träumenden Bücher" von Walter Moers

Piper | Hardcover | 456 Seiten | 2007 | 978-3492045490

"Jeder Buchstabe behauptete sich als souveränes Kunstwerk, es war ein Ballett von Zeichen, die zu einem betörenden Reigen über die ganze Seite choreographiert waren." // Seite 25

Reihenfolge der "Buchhaim-Trilogie"

Die Stadt der Träumenden Bücher (1)
Das Labyrinth der Träumenden Bücher (2)
Das Schloss der Träumenden Bücher (3)

Teil der Geschichten aus Zamonien

  
(Amazon.de)

Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterlässt er seinem Schützling nur wenig mehr als ein Manuskript. Dieses aber ist so makellos, dass Mythenmetz sich gezwungen sieht, dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die Spur führt nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher. Als der Held sie betritt, ist es, als würde er die Tür zu einer gigantischen Buchhandlung aufreißen. Er riecht den Anflug von Säure, der an den Duft von Zitronenbäumen erinnert, das anregende Aroma von altem Leder und das scharfe, intelligente Parfüm von Druckerschwärze. Einmal in den Klauen dieser buchverrückten Stadt, wird Mythenmetz immer tiefer hineingesogen in ihre labyrinthische Welt, in der Lesen noch eine wirkliche Gefahr ist, in der rücksichtslose Bücherjäger nach bibliophilen Schätzen gieren, Buchlinge ihren Schabernack treiben und der mysteriöse Schattenkönig herrscht.

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Er ist der geistige Vater von „Käpt’n Blaubär“ und „Kleines Arschloch“. Walter Moers, 1957 in Mönchengladbach geboren, hat weder Kunst studiert noch eine grafische Ausbildung genossen. Dennoch gehört er seit 1985 zu den besten deutschen Comicautoren. 1994 erhielt er für das Konzept der TV-Sendung „Käpt’n Blaubärs Seemannsgarn“ den renommierten „Adolf-Grimme-Preis“. Im gleichen Jahr bemühte sich das Landesamt für Jugend und Soziales, eines der „Kleines-Arschloch“-Bücher auf den Index zu setzen. Ohne Erfolg. Mittlerweile hat sich der Zeichner mit Werken wie „Die Stadt der träumenden Bücher“ auch als Autor von Romanen und Erzählungen etabliert. Die Leser lieben seine Geschichten aus Zamonien, dem Kontinent der Fantasie – und des Humors, natürlich.


Erster Teil - Danzelots Vermächtnis
Zweiter Teil - Die Katakomben von Buchhaim


"Die Stadt der Träumenden Bücher" ist der erste Teil der 'Biographie' des Lindwurms Hildegunst von Mythenmetz, die Walter Moers großzügig 'übersetzt' hat - und sie hat mir sehr gut gefallen. Ich hatte ein paar kleine Startschwierigkeiten, aber schon bald konnte das Buch mich fesseln. Die Geschichte, wie von Mythenmetz auszieht, um den Autor des besten Textes, den er je gelesen hat, zu finden, war faszinierend und sehr wendungsreich; dazu kommt eine unglaublich gut ausgearbeitete Welt, bei der jede Kleinigkeit interessant und fantasievoll ist, angefangen von den Namen der verschiedenen Schriftsteller (Anagramme von echten Autoren, wie ich gelesen habe) über Bücherarchitektur bis hin zu der speziellen Nahrung der kleinen Buchlinge. Generell sind die verschiedenen Spezies, denen wir auf der Reise begegnen, detailverliebt dargestellt und es hat mir gefallen, mehr über sie zu erfahren. Außerdem hat Moers auch gute Arbeit mit der 'Übersetzung' typischer zamonischer Ausdrücke geleistet und Gegebenheiten, die uns nicht vertraut sind, die von Mythenmetz aber für selbsterklärend hielt, zufriedenstellend erläutert ;)

Die ganze Welt war sehr interessant und voller Bücher, sodass ich mir mehr als einmal gewünscht habe, ich könnte dort sein. Allerdings hat der Autor auch klar gemacht, dass in dieser auf den ersten Blick fast perfekt scheinenden Stadt voller Lesestoff auch Gefahren lauern und dass Bücher gefährlich sein können. Der Protagonist gerät in einige sehr brenzlige Situationen und mir hat gut gefallen, dass es auch diese negativen Seiten gab und dass die Stadt der Träumenden Bücher nicht einfach nur ein Paradies ist. Alles wirkt, obwohl das Setting sehr fantasievoll und auch oft unglaublich ist, lebendig und echt, da sie in vielen Einzelheiten ausgearbeitet wurde. Dazu kommen eine (meist) packende Geschichte und auch ein paar emotionale Szenen, auch wenn das World Building für mich klar im Vordergrund stand. Das Ende des Buches würde definitiv neugierig auf mehr machen, aber ich habe Band 2 ja schon gelesen. Auf jeden Fall bin ich jetzt noch mehr gespannt auf "Das Schloss der Träumenden Bücher"; der zweite Teil war zwar gut, aber nicht überragend, während dieses Buch hier definitiv ein Highlight ist.
Die vielen Illustrationen sind natürlich ein Bonus, da sie wirklich schön sind und gut zur Geschichte passen.


Ich kann "Die Stadt der Träumenden Bücher" wirklich sehr empfehlen. Das Buch ist fantasievoll, interessant und gerade, wer es liebt, neue Welten zu entdecken, wird seine Freude damit haben.

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Habt ihr das Buch schon gelesen
und wenn ja, wie hat es euch gefallen?

Kommentare:

  1. Hey =)

    Das Buch habe ich vor ewigen Zeiten gelesen. Es war ein Spontankauf, weil mir das Cover und die Idee so gut gefallen haben. Ich war total skeptisch, weil ich Walter Moers bis dato nur als Blödel-Typ gesehen hatte, dessen Humor mich nicht immer überzeugen konnte. Aber dieses Buch hat mich total beeindruckt. Dieser Einfallsreichtum, die der Autor hier an den Tag legt. Diese Welt mit diesen vielen Details, die er erschafft. Es ist seither eines meiner Lieblingsbücher und wohl einer der Gründe, weswegen ich überhaupt zum Bloggen gekommen bin. Wirklich beeindruckend.
    Band zwei hab ich ebenfalls gelesen und seither warte ich gespannt auf Band 3, dessen Erscheinungstermin immer und immer wieder verschoben wird.

    Du hast also Band 2 vor dem ersten gelesen? Wie konnte denn das passieren? =)

    LG
    Anja

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    1. Hey,

      ich war bummeln und bin im Schaufenster auf ein Plakat für "Das Labyrinth der Träumenden Bücher" aufmerksam geworden - ich glaube, zum damaligen Zeitpunkt hatte ich noch keines der Bücher von Moers gelesen und fand einfach, dass das Buch sehr interessant aussah. Also habe ich es vorbestellt und abgeholt... gelesen habe ich es aber, wenn ich mich recht erinnere, erst nach Werken wie dem Blaubär und "Ensel und Krete". Ich lese Reihen oft quer und von daher war es kein Problem, auch wenn Band 2 natürlich viel vom ersten hinweg nimmt - ich hatte genug Zeit zwischen beiden Büchern, um mich nur noch vage daran zu erinnern, was über die Abenteuer aus Band 1 gesagt worden war^^
      Ich warte auch schon sehnsüchtig auf Band 3...

      Liebe Grüße,
      Kerstin

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    2. Hi Kerstin =)

      Du liest Reihen oft quer? Echt? Ich glaube das hab ich mich noch nie getraut. Naja außer es sind so abgeschlossene Geschichten in sich, aber das ist ja selten.
      Drücken wir die Daumen, dass wir Band drei zu unseren Lebzeiten noch in den Händen halten können =)

      LG
      Anja

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    3. Hey,

      ja^^ Meistens nicht geplant - ich nehme ein Buch mit, stelle fest, dass es von einer Reihe ist, lese es aber trotzdem. Im Normalfall mache ich das aber vor allem mit Krimis, bei denen (wie du sagst) jede Geschichte für sich abgeschlossen ist.
      Das hoffe ich auch :)

      Liebe Grüße,
      Kerstin

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