Freitag, 7. April 2017

Rezension | "Die Frau im Orient-Express" von Lindsay Ashford

AmazonCrossing | eBook | 14. März 2017 | 386 Seiten | B01N6IIMZO
Originaltitel: The Woman on the Orient Express

"Sie schlug ein neues Kapitel auf. Agatha Christie, Ehefrau, wurde zu Mary Miller, Abenteurerin." // Seite 16
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Die gefeierte Krimiautorin Agatha Christie steigt heimlich und unter falschem Namen in den legendären Orient-Express, um nach Bagdad zu reisen. Sie steckt in einer Krise, will den Skandal um ihre Scheidung vergessen und möchte auf keinen Fall erkannt werden. Erst als sie im Zug die Archäologin Katharina und die junge Nancy kennenlernt, spürt sie, dass die Reise für sie zu einem Neuanfang werden könnte. Voller Abenteuerlust beschließt sie, Katharina bei ihrer Ausgrabung in Mesopotamien zu besuchen. Eine schicksalhafte Entscheidung, wie sich herausstellen wird …

Ein biografischer Roman um eine der bekanntesten Figuren der englischen Literatur, der uns entführt in die Welt des Orients mit all seinen exotischen Gebräuchen, faszinierenden Widersprüchen und der jahrtausendealten Kultur.

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Lindsay Ashford ist in Wolverhampton (Großbritannien) aufgewachsen. Sie hat am Queens‘ College in Cambridge als erste Frau in seiner 550-jährigen Geschichte ein Studium absolviert. Nach ihrem Abschluss in Kriminalwissenschaft hat Ashford als Reporterin für die BBC gearbeitet sowie als freie Journalistin für verschiedene nationale Zeitschriften und Zeitungen. Sie hat vier Kinder und lebt gegenwärtig in einem Haus mit Meerblick an der Westküste von Wales.


"Die Frau im Orient-Express" ist ein interessanter biografischer Roman, der auf jeden Fall neugierig darauf macht, die Bücher von Agatha Christie zu lesen. Sie wird hier als sympathische, zielstrebige Frau dargestellt, die sich nicht unterkriegen lässt und soweit ich nach einer kurzen Recherche feststellen konnte, ist ihr Leben hier, zumindest in Bezug auf die wichtigen Ereignisse, ziemlich treffend dargestellt; dies passt dazu, was die Autorin in ihrem Nachwort schreibt, und die Mischung aus Fiktion und Realität ist meiner Meinung nach gut gelungen. Die kreativen Freiheiten, die Ashford sich genommen hat, haben mich dabei nicht gestört.

Nicht nur die berühmte Schriftstellerin, sondern auch Katharine Woolley, eine bekannte Zeichnerin und Nancy Nelson, eine erfundene Person, spielen in der Geschichte eine entscheidende Rolle und bekommen Kapitel, die sich mit ihrem Innenleben und ihren eigenen Tragödien befassen. Dabei hatten alle drei Frauen, aber auch die Nebenfiguren sowohl positive als auch negative Charaktereigenschaften. Dadurch waren sie glaubwürdige und mal mehr, mal weniger sympathische Protagonistinnen und der Autorin ist es gelungen, die Freundschaft zwischen ihnen realistisch darzustellen.
Besonders mochte ich die Beschreibungen der Länder, die Christie bei ihrer Fahrt im Orient-Express durchquert und besucht, ebenso wie die Details, die die Handlung in das Jahr 1928 eingebettet und somit greifbarer und lebendig gemacht haben.

Es gab eine Sache, die mich beim Lesen irritiert hat. Agatha Christie reist unter einem Pseudonym, um nicht sofort erkannt zu werden, sodass auch ihre beiden neuen Bekanntschaften zunächst nicht wissen, um wen es sich handelt. Dennoch wurde sie von der Narrative als "Agatha" bezeichnet, selbst wenn das jeweilige Kapitel sich mit den Gedanken der anderen beiden Frauen befasste. Das ist an sich nur eine eher unbedeutende Kleinigkeit, aber mich hat es gestört, da Katharine und Nancy den echten Namen gar nicht kennen konnten und ihn somit auch nicht benutzt hätten.
Davon abgesehen hat mir das Buch aber sehr gefallen; der Schreibstil lässt sich gut lesen, die Protagonisten sind sympathisch und "Die Frau im Orient-Express" macht Lust darauf, mehr über Christie und ihre Bücher zu erfahren.
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Herzlichen Dank
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... an den Verlag, der mir das Buch über Netgalley zur Verfügung gestellt hat.
Kennt ihr das Buch schon
und wenn ja, wie hat es euch gefallen?
Ich wünsche euch noch eine schöne Woche!

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