Samstag, 12. August 2017

Rezension | "Soul of Stars" von Anika Ackermann

 eBook | 328 Seiten | 21. Juli 2017 | B073NDQXM

"Damals genoss sie das Gefühl, die Einzige im Universum zu sein. Jetzt, da sie es tatsächlich war, hasste sie es." // eBook "Erstes Buch"


Eine fantastische Insel – ein aufregendes Abenteuer
Als Solas Heimatplanet untergeht, möchte sie eigentlich nur eines: Sterben. Wie ihr Vater. Wie ihre Freunde. Wie alle, die sie kannte. Doch am Ende des Universums lauert viel mehr, als sie sich je hätte träumen lassen.
"Auf dich wartet eine ganz neue Welt, die erobert werden will. Du musst nur den ersten Schritt wagen!"

 
Soul of Stars ist für mich eins dieser Bücher, die einem durch die absolut tollen Cover ins Auge springen und dafür sorgen, dass man sich sofort den Klappentext durchlesen muss. Ich bin normalerweise kein "Weltraum"-Fan und meide alles, was in diesem Bereich/Genre so erscheint, aber irgendwas hatte der Klappentext an sich, dass ich das Buch doch unbedingt lesen wollte. Also habe ich mich bei einer Leserunde beworben und gewonnen – danke an die Autorin!

Bisher waren mir Anika Ackermanns Bücher unbekannt, weswegen ich auch nicht wusste, was mich erwarten würde. Ich fand es auf jeden Fall toll, dass es dem Leser leicht gemacht wurde, in die Geschichte zu starten und man anfangs sehr viele Beschreibungen geliefert bekommt, um sich die Welt überhaupt erstmal vorzustellen. Aber es gibt auch gleich zu Beginn schon spannende, dynamische Stellen, die viele Fragen für den weiteren Verlauf der Geschichte aufwerfen. Es ist die Mischung aus gemächlich und ereignisreich, was mir sehr gut gefallen hat und dafür gesorgt hat, dass die ersten Seiten im Buch nicht durch zu viele Beschreibungen langweilig werden.

Insgesamt sind die Beschreibungen in dem Buch einfach grandios und die Welt, die sich Anika Ackermann als Kulisse für ihren Plot ausgedacht hat, so liebevoll, detailreich und besonders erklärt, so ausführlich geschildert, dass ich mich mühelos auf mein Kopfkino verlassen konnte. Ich war immer wieder überrascht, welche klaren Bilder sie mit ihren Worten erzeugt, wie sie eine Welt darstellen kann, die bisher nur in ihrem Kopf existiert hat und nun auch in den Gedanken ihrer Leser. Sei es der Weltraum, das Schiff oder die Insel, auf der Sola strandet. Seien es die unterschiedlichen Charaktere, deren Verhältnisse zueinander oder der Aufbau von Gefühlen füreinander. Ich war einfach komplett baff, wie das Setting auf mich wirkte, was es alles zu entdecken gab und wie ich die Kreativität der Autorin bei ihrem Buch miterleben durfte.

Vom Plot her habe ich mich ein bisschen an die Serie "The 100" denken lassen (ich habe allerdings nur die erste Staffel der Serie gesehen): Jugendliche, junge Erwachsene, die auserwählt wurden, auf einer Insel zu leben, um die Menschheit zu retten, die Gruppen bilden, sich gegen die Gegebenheiten auf der Insel wehren und untereinander aus irgendwelchen Gründen ständig in Streit geraten. Allerdings ist das nicht alles, was in Soul of Stars erörtert wird. Es geht auch um eine Hauptprotagonistin, die erwachsen wird und die sich verliebt, um Freundschaften, um vielschichtige Charaktere und Feindseligkeiten. Um Kampf und Tod, um Macht und Zusammenhalt. Ich habe mich auf jeden Fall sehr gut unterhalten gefühlt.

Sola ist so ein bisschen mein persönliches Manko an der Geschichte, obwohl ich nicht mal weiß, ob ich sie wirklich als Kritikpunkt nennen kann. Sie erschien mir anfangs viel zu oft bockig und nervig. Zwar sind ihre Meckereien ihrem Alter entsprechend, schließlich ist sie ein Teenager und sie denkt, sie wäre der letzte Mensch auf der Welt, aber ich konnte sie leider dadurch auch stellenweise nicht wirklich ernstnehmen. Sie steigert sich, entwickelt sich und macht Fortschritte und zum Schluss konnte ich auch viel mehr mit ihr anfangen und sie als Heldin wahrnehmen, trotzdem hat mir ihr Gegenpol Leander, für den sie anfängt, Gefühle zu entwickelt, um einiges besser gefallen.

Sein Verhalten war um einiges souveräner, nachvollziehbarer und ich konnte mich auch besser in ihn hineinversetzen, als es bei Sola der Fall gewesen war. Allgemein scheine ich einfach die männlichen Protagonisten viel besser zu finden. Sei es, dass ich eine Frau bin oder sei es, weil ich die Gegenparts zur heldenhaften Hauptprotagonistin meist einfach viel spannender finde (als Beispiele: Four aus Veronica Roths "Die Bestimmung", Day aus Marie Lus "Legend", Peeta aus Suzanne Collins "Die Tribute von Panem", Kaden und Rafe aus Mary E. Pearsons "Der Kuss der Lüge" oder auch Tamlin aus Sarah J. Maas "Das Reich der sieben Höfe" – ich könnte ewig so fortfahren). Es liegt also nahe, dass die Schwächen der weiblichen Hautprotagonistin keine Schwäche des Buches ist, sondern einfach eine persönliche Lesevorliebe, nämlich, dass ich die Männer einfach meist besser ausgearbeitet finde/ansprechender finde, weil sie wohl nicht so im Mittelpunkt stehen.

Das Ende gefällt mir ausnahmslos gut. Es ist nicht eindeutig, weder in die eine, noch in die andere Richtung, gibt dem Leser Freiraum zum Nachdenken, zum Selbst-Fantasieren. Es ist ein Ende, das man für einen Einzelband definitiv so stehen lassen kann, was mich überzeugt und was ich sehr gut und überzeugend dargestellt finde. Seit dem Schluss von "Die Bestimmung" bin ich ja ein bisschen empfindlich, was die Enden von Fantasy-/Science-Fiction-Bücher angeht, aber das hier, von Soul of Stars, ging für mich definitiv in Ordnung – ich hätte mir kein besseres vorstellen können.

Der Schreibstil von Anika Ackermann hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Wie oben schon geschrieben, ist die Erschaffung einer grandiosen Welt ein großer Pluspunkt; nicht nur für die Geschichte, sondern auch für sie als Autorin, denn sie zeigt somit, was sie kann und vor allem, dass sie es gut kann. Ich habe mich dadurch sehr wohl mit dem Plot und den Erzählungen gefühlt und bin nahezu nur so durch die Seiten geflogen. Dass die Geschichte aus Solas Sicht erzählt wird, hätte ich mir anfangs anders gewünscht, allerdings konnte ich ihr Verhalten nach und nach so viel besser verstehen und hat wohl auch dazu beigetragen, dass ich sie immer mehr mochte.
Mir hat Anika Ackermanns Soul of Stars sehr gut gefallen, nicht nur aufgrund des entstandenen Settings, sondern auch aufgrund der Handlung des Plots. Die Autorin konnte mich unterhalten und hat mich unter anderem auch mit ihrem Schreibstil überzeugt. Leichte Schwächen gab es in der Charakterausarbeitung der Hautprotagonistin Sola, die sich aber im Laufe der Geschichte aber entwickelt hat und sich steigern konnte.


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Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar.
Habt ihr Soul of Stars schon gelesen?
Steht es auf eurer Wunschliste?
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

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Das Urheberrecht des Klappentextes unterliegt der Autorin.
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