Montag, 18. Januar 2016

Rezension | "Wer die Lilie träumt" von Maggie Stiefvater

script5 | Hardcover | 18,95€ | 526 Seiten | 15. September 2014 | 978-3839001547
Originaltitel: The Dream Thieves (2013)

Diese Rezension kann Spoiler zum ersten Band der Reihe ("Wen der Rabe ruft") enthalten.
Reihenfolge des "Raben-Zyklus"
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Wen der Rabe ruft / The Raven Boys (1)
Wer die Lilie träumt / The Dream Thieves (2)
Was die Spiegel wissen / Blue Lily, Lily Blue (3)
/ The Raven King (4)

Inhalt (Quelle: Amazon.de)
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Mit jedem Tag, den Blue mit Gansey verbringt, fällt es ihr schwerer, sich nicht in ihn zu verlieben – obwohl sie weiß, dass ein Kuss von ihr der Grund für seinen Tod sein könnte. Sie ist fasziniert von ihm und seiner leidenschaftlichen Suche nach dem verschwundenen König Glendower, dem Blue, Gansey und die Raven Boys immer näher kommen. Vor allem Ronans Fähigkeit, Gegenstände aus seinen Träumen in die reale Welt zu bringen, lässt ihr Ziel greifbar werden. Doch das Spiel mit der Traumwelt ist gefährlich und Blue und ihre Freunde sind nicht die einzigen, die sich ihre Wünsche herbeiträumen wollen…

Die Autorin (Quelle: Amazon.de)
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Maggie Stiefvater, geboren 1981, wurde mit ihrer Nach dem Sommer-Trilogie sowie dem Roman Rot wie das Meer international bekannt und von der Presse gefeiert. Wer die Lilie träumt ist nach Wen der Rabe ruft der zweite Band ihrer neuen Buchreihe, die in den USA bereits zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Die New York Times-Bestsellerautorin lebt mit ihrer Familie in den Bergen Virginias.

Aufbau
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Prolog
63 Kapitel
Epilog
Danksagung der Autorin

Meinung
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Wer die Lilie träumt ist eine gelungene Fortsetzung zu Wen der Rabe ruft – der zweite Band hat mir sogar besser gefallen.

Die in Band eins angestoßene Geschichte wird nicht wirklich vorangetrieben. Es geht zwar um die Suche nach Glendower und darum, dass Blue ihre wahre Liebe (beziehungsweise Gansey) nicht küssen darf, aber dies spielt nur eine untergeordnete Rolle, es passiert quasi nebenbei. Im Mittelpunkt stehen diesmal Ronan und vor allem seine Fähigkeit, Dinge aus Träumen mitzunehmen. Während Ronan mir im ersten Band nicht wirklich sympathisch war, fiel es mir jetzt sehr leicht, mit ihm zu fühlen und ihn besser zu verstehen. Er ist immer noch nicht der sympathischste Charakter und tut Dinge, die man definitiv nicht gutheißen kann, aber er ist wahnsinnig interessant und vielschichtig und es war faszinierend, die Dinge aus seiner Sicht zu erleben und mehr über ihn zu erfahren.
Auch andere Figuren aus Band eins werden genauer beleuchtet; Adams Gefühle und Erlebnisse spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, gerade in Bezug auf sein Opfer am Ende des ersten Buches, und hier schreitet die Handlung voran. Man kann definitiv mit ihm mitfühlen und ich hoffe, dass für ihn alles gut ausgeht. Ähnliches gilt für Noah, allerdings ist seine Situation ja sehr speziell und ich kann mir nicht vorstellen, wie ein Happy End für ihn aussehen könnte...
Blue und Gansey kommen, im Vergleich zu den anderen Jungs, weniger vor, oder zumindest wirkte es so. Die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen den beiden ist dabei sehr schön dargestellt und entwickelt sich meiner Meinung nach angemessen, allerdings hätte ich mir gewünscht, dass sie einen etwas größeren Raum eingenommen hätte. Ich bin gespannt, wie es hier in Band drei weitergehen wird – gerade in Bezug auf den Kuss, der nicht geschehen sollte.

Der Rest der Geschichte ist sehr fantasievoll und Maggie Stiefvater überzeugt, wie von ihr gewohnt, mit einem wunderschönen Schreibstil. Die Bilder, die sie beschreibt, sind gewaltig und wirken fast greifbar. Sie schafft es, die fantastischen Elemente, die mit unserer Welt in Berührung kommen, glaubwürdig einzubinden und so wirken zu lassen, als seien sie selbstverständlich Teil der Realität. Sie zeigt, dass Licht und Schatten manchmal sehr nahe beieinander sind und dass nicht alles in schwarz und weiß eingeteilt werden kann. Ihre Welt kann wundervoll sein, sich aber auch in einen Alptraum verwandeln, und in diesem Zusammenspiel wachsen die Figuren über sich selbst hinaus und verändern sich.
Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass ich zwischendrin alles ein wenig verworren fand und mich sehr auf die Zusammenhänge konzentrieren musste. Außerdem wurden mehr neue Fragen aufgeworfen als alte beantwortet, was nicht zwingend schlecht ist, aber ein wenig frustrierend war, weil man unbedingt wissen will, wie alles zusammenhängt und wie die Geschichte ausgeht. Der Cliffhanger am Ende trägt ebenfalls dazu bei, dass man am liebsten weiterlesen würde.

Fazit
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Obwohl Wer die Lilie träumt den Plot, der in Buch eins vorgestellt wurde, kaum vorantreibt, ist es dennoch eine sehr gelungene Fortsetzung. Stiefvater führt viele neue interessante Aspekte ein und lässt uns einige der bereits bekannten Charaktere besser kennen lernen. Ihre Welt ist nach wie vor sehr interessant, die Figuren haben Ecken und Kanten und wirken sehr realistisch und der Schreibstil ist wie immer wunderbar. Im Moment wirkt auf mich alles noch etwas verworren und kompliziert und ich wünschte, sie hätte die Suche nach Glendower und die Liebesgeschichte mehr vorangetrieben, aber das wird vermutlich in Band drei auf uns zukommen und die in diesem Buch gelieferten Informationen werden wahrscheinlich eine größere Rolle spielen, als man jetzt glauben würde. Ich bin gespannt, wie die Geschichte im nächsten Band weiter gehen wird.
★★★★ 4 (4,5)/5 Sterne

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Leseprobe
deutsche Homepage der Autorin
englische Homepage der Autorin

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Diese Rezension wurde ursprünglich am 13. September 2014 hier veröffentlicht.

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