Montag, 5. August 2019

Rezension | "Schokoladen"-Reihe von Gabrielle Zevin

alternative Reihen-Namen: Birthright-Trilogie / Anya Balanchine-Reihe

"'Hol dir einen schönen Schokoriegel aus dem Schrank, Anyeschka, ja? [...] Und teil ihn dir nur mit jemandem, den du wirklich liebst.'" // "Bitterzart", Seite 15
Reihenfolge
Bitterzart / All These Things I've Done (1)
Edelherb / Because It Is My Blood (2)
Extradunkel / In The Age Of Love And Chocolate (3)

(Verlagsseite | Band 1)

Ein Mädchen zwischen High School und Verbrechen, zwischen Liebe und Verantwortung

New York 2083: Wasser und Papier sind knapp, Kaffee und Schokolade sind illegal. Smartphones sind für Minderjährige verboten und um 24 Uhr ist Sperrstunde. Die Balanchine Familie ist das Zentrum des illegalen Schokoladenhandels in New York. Doch die Eltern von Anya Balanchine sind bereits tot, und Anya ist mit 16 Jahren das Familienoberhaupt. Sie kümmert sich um ihre Geschwister und die kranke Großmutter, und versucht, sie alle möglichst aus dem illegalen Familiengeschäft rauszuhalten. 
Von ihrer ersten großen Liebe Win kann sie sich allerdings nur sehr schwer fernhalten, dabei ist er ausgerechnet der Sohn des Oberstaatsanwaltes – ihres schlimmsten Feindes…

„Komm, wir gehen direkt zu meinem Vater“, sagte Win plötzlich.
„Und sagen ihm was?“
„Dass unsere Liebe so stark ist, dass er sie nicht verbieten kann.“

Eine Familie wie die Corleones, eine Liebe wie in Romeo und Julia – der erste Band der einzigartigen neuen Serie von US-Bestsellerautorin Gabrielle Zevin

(Verlagsseite)

Gabrielle Zevin hat in Harvard Literatur studiert und lebt in Los Angeles. Sie hat bereits mehrere Romane sowie Drehbücher für Hollywoodfilme verfasst. Ihre Bücher standen für mehrere Wochen auf der New- York-Times-Bestseller-Liste, wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt und mit vielen Preisen ausgezeichnet. Bei FISCHER FJB lieferbar: ›Bitterzart‹, der erste Band dieser Reihe, sowie die Folgebände ›Edelherb‹ und ›Extradunkel‹.

WERBUNG
Folgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung:
Verlagsseite | Band 1
Verlagsseite | Band 2
Verlagsseite | Band 3
Homepage der Autorin (englisch)

Buch 1: Bitterzart



Fischer FJB | Hardcover | 544 Seiten | 25. April 2013 | 978-3841421302

Meinung:
Ich war sehr auf "Bitterzart" gespannt. Die Idee einer Welt, in der Schokolade und andere Genussmittel verboten sein könnten, klang für mich faszinierend und ich war gespannt, wie die Autorin dies umsetzen würde. Letztlich fand ich zwar, dass das World Building noch etwas mehr hätte vertieft werden können, aber die Informationen, die dem Leser durch die Ich-Erzählerin übermittelt wurden, waren auf jeden Fall interessant und sie haben neugierig auf die nächsten Bände gemacht, in denen man hoffentlich mehr über die Hintergründe erfahren wird. Unter den gegebenen Umständen war es für mich nachvollziehbar, dass Anya nicht ausführlicher auf alles eingegangen ist, aber ich hoffe, dass sie in der Fortsetzung stärker persönlich involviert sein wird.

Die Charaktere selbst waren gut ausgearbeitet und es war leicht, sich in sie hineinzuversetzen. Durch die Erzählperspektive ist man natürlich davon beeinflusst, wie die Protagonistin die Figuren sieht, aber die Konstellationen sind sehr komplex und es ist leicht zu sehen, dass Anya - obwohl sie ihre Familie liebt und beschützen möchte - ihre Angehörigen teilweise zu sehr einschränkt und Entscheidungen trifft, die vielleicht nicht für alle ideal sind. Das hat mir gut gefallen, da es mir gerade aufgrund ihres Alters und ihrer bisherigen Erfahrungen realistisch vorkam.

Der Protagonistin wird im Lauf der Handlung einiges zugemutet und teilweise war es für mich nicht leicht weiterzulesen, da die Erlebnisse der Charaktere aufwühlend sein konnten und es ein paar ernste Situationen gab, bei denen ich mich gefragt habe, wie sie da wieder herauskommen sollten. Tatsächlich mochte ich aber, dass das Buch Anya und ihr Umfeld mit solchen Krisen konfrontiert hat; da nicht alles glatt lief und bestimmtes Verhalten ernsthafte Konsequenzen hatte, wurde die Geschichte packender und es war einfacher, darauf zu hoffen, dass für die Figuren alles gut ausgehen wird. Gerade das Ende des Buches eröffnet viel Potential, auch wenn ich natürlich nicht wollte, dass es so kommt.

Obwohl die Charaktere interessant und gut ausgearbeitet waren, muss ich leider sagen, dass es mir schwer gefallen ist, mit ihnen mitzufühlen. Ihr Schicksal hat mich emotional nur selten berührt, was vielleicht auch am Schreibstil lag, den ich eher distanziert und zwischendurch trocken fand. Dennoch bin ich gespannt darauf, was im nächsten Band passieren wird und "Bitterzart" konnte mich auf jeden Fall fesseln. Deshalb würde ich das Buch mit 4 Sternen bewerten.

Buch 2: Edelherb



Fischer FJB | Hardcover | 528 Seiten | 23. Oktober 2013 | 978-3841421319

Meinung:
Der zweite Band der Reihe war für mich in mancher Hinsicht stärker und in mancher Hinsicht schwächer als der erste Teil. Ein Aspekt, der mich nicht richtig überzeugen konnte, war die Liebesgeschichte; ich muss leider sagen, dass es mir in diesem Band schwer gefallen ist, auf ein glückliches Ende für Anya und Win zu hoffen. Mir kam es vor, als sei alles ein großes Hin und Her und ich konnte hier nicht wirklich mitfiebern. Zudem hätte die Protagonistin auf gewisse Situationen noch emotionaler reagieren können, wobei dies nur ein kleiner Kritikpunkt ist. Toll fand ich dagegen, dass die titelgebende Schokolade in "Edelherb" eine größere Rolle gespielt hat; beim ersten Buch hatte ich ja das Gefühl, dass das World Building etwas zu blass geblieben ist und auch die Schokolade nicht genug im Vordergrund stand und dies war hier anders. Da im Deutschen alle drei Bände nach verschiedenen Geschmacksrichtungen von Schokolade benannt sind, hatte ich erwartet, dass dies von Anfang an der Fokus der Handlung sein würde, vor allem, wenn man Anyas Erbe bedenkt, und deshalb mochte ich die Entwicklungen in diesem Band sehr.

Wie schon bei "Bitterzart" hatte ich trotz der Tatsache, dass die Geschichte aus Anyas Sicht erzählt wird, oft das Gefühl, eine gewisse Distanz zum Geschehen zu haben, was schade war, da in diesem Buch einiges passiert und den Charakteren wieder viel zugemutet wird. Gerade die Protagonistin muss sich mehreren Herausforderungen stellen und mir hat gefallen zu sehen, wie sie daran gewachsen ist und dass ihr langsam klar wurde, was sie eigentlich erreichen und durchsetzen möchte. Ihre inneren Konflikte waren toll dargestellt und ich war wirklich gespannt darauf zu sehen, welche Entscheidungen sie treffen und wie sie mit der ganzen Situation umgehen würde. Meiner Meinung nach war ihre Entwicklung neben dem größeren Fokus auf der Schokolade klar die Stärke des Buches. Es wird auch deutlich, dass alle Entscheidungen Konsequenzen haben und die Figuren sich durch die Umstände verändern, was sehr realistisch war.

Alles in allem ist "Edelherb" eine gelungene Fortsetzung. Das Buch konnte mich beinahe durchgehend fesseln und obwohl mir die Schilderung gelegentlich zu distanziert war, konnte ich mich in Anya hineinversetzen und mit ihr mitfühlen. Die Handlung und die Charakterentwicklung haben mir sehr gefallen und ich bin auf jeden Fall gespannt darauf, wie es im dritten Band weiter gehen (und enden) wird.

Buch 3: Extradunkel



Fischer FJB | Hardcover | 432 Seiten | 26. März 2015 | 978-3841421326

Meinung:
"Extradunkel" ist ein gelungener Abschluss der Trilogie. Die Charakterentwicklung war toll dargestellt und auch wenn ich nicht alle Handlungen der Figuren nachvollziehen konnte, wurde doch deutlich, was in ihnen vor sich ging. Die Entscheidungen, die gerade Anya treffen muss, sind nicht immer leicht, aber ich mochte, wie sie mit den schwierigen Situationen umgegangen ist und man kann in diesem Band wirklich sehen, wie sehr sie sich verändert und entwickelt hat. Sie ist im Lauf der Reihe auf jeden Fall erwachsen geworden und obwohl ich den Erzählstil nach wie vor etwas distanziert fand, war es hier leicht, mit der Protagonistin mitzufiebern und ich wollte wissen, wie ihre Geschichte letztlich ausgehen würde.

Die familiären Bindungen waren in diesem Buch wieder ziemlich wichtig und das fand ich sehr gut, gerade, weil das "Geburtsrecht" der Hauptperson titelgebend ist und ich wissen wollte, was mit diesem Aspekt passieren würde, vor allem nach den Ereignissen im zweiten Band. Mir hat sehr gefallen, dass die Schokolade an sich hier wieder eine wichtige Rolle gespielt hat und es war interessant zu sehen, in welche Richtung die Handlung sich entwickelt hat. Die Welt hätte alles in allem noch mehr ausgebaut werden können, gerade in Bezug auf die Hintergründe, doch sie war insgesamt gut ausgearbeitet und das Konzept der Reihe wurde interessant umgesetzt.

Die Romanze an sich fand ich mehr oder weniger überzeugend, selbst wenn es auch in "Extradunkel" wieder Hin und Her gab und ich nicht immer verstehen konnte, was in den Charakteren vor sich ging. Dennoch konnte ich unter den gegebenen Umständen verstehen, wieso sie so gehandelt haben, und davon abgesehen hat mir sehr gefallen, wie die Geschichte voranschritt und dass nicht immer alles glatt ging. Wie schon in den Vorgängern sind innere Konflikte sehr präsent und es müssen wieder Herausforderungen überwunden werden. Der Protagonistin wird es nicht leicht gemacht, aber ich fand realistisch, wie sie mit allem umgegangen ist und wie bereits erwähnt fand ich ihre daraus resultierende Entwicklung toll. Anya hat sich seit dem ersten Band stark verändert und für mich ist dies ein sehr großes Plus der Reihe.

Der Handlung hat teilweise ein wenig die Spannung gefehlt, doch das Buch hat mich trotzdem gefesselt und ich wollte wissen, wie Anyas Geschichte enden würde. Das Ende selbst hat mir auch gut gefallen - es passt zu den vorherigen Ereignissen, ist irgendwie rund und ist ein gelungener Abschluss der Erzählung und der ganzen Trilogie. Deshalb bekommt auch dieser Band 4 Sterne.
Habt ihr die Reihe schon gelesen?
Wenn ja, wie hat sie euch gefallen?
Ich wünsche euch noch eine schöne Woche!

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Das Urheberrecht der Inhaltsangaben und Cover unterliegt dem Verlag.

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