Freitag, 7. Oktober 2016

Rezension | "Der Sommer, der uns trennte" von Cat Jordan

HarperCollins ya! | eBook | 268 Seiten | 15. August 2016 | B0198GYAW0
"Ich beneidete die Zwillinge; ich würde nie wieder so unschuldig sein. Siebzehn Jahre meines Lebens war der Tod für mich ein Fremder gewesen." // eBook Seite 50

 


  
Nate wird vermisst! Vermutlich ist er tot. Die Gedanken wirbeln erbarmungslos durch ihren Kopf. Das darf nicht sein. Denn wenn es stimmt, bricht ihre Welt zusammen. Gemeinsam aufs College gehen, verloben, heiraten, all das würde es nie mehr geben. Niemand scheint Middie in ihrem Schmerz zu verstehen. Bis auf Lee – Nates bestem Freund, mit dem sie nie gut klargekommen ist. Aber er ist der Einzige, an den sie sich anlehnen kann. Und plötzlich erwächst aus der gemeinsamen Sorge, etwas Neues … Doch ist es wirklich in Ordnung Gefühle für Lee zu haben?

Von dem Buch Der Sommer, der uns trennte hatte ich eine schöne, traurige und emotionsgeladene Geschichte erwartet. Ich mag berührende Bücher, ich mag es, wenn sie mich bewegen können und es schaffen, alleine durch Worte etwas in mir auszulösen. Genau das hat der Klappentext versprochen und genau das habe ich auch so bekommen. Im Großen und Ganzen hat mir Der Sommer, der uns trennte sehr gut gefallen. Anfangs habe ich den Klappentext ein wenig distanziert betrachtet, weil ich mich gefragt habe, ob es wirklich eine gute Geschichte werden kann, wenn ein Mädchen sich in den besten Freund des Freundes verliebt. Da sind Dramen, Streiterein, Kummer und Tränen ja bereits vorprogrammiert, aber als Nate „verschwindet“ und sich Middie trauernd und verlassen in Lees Arme stürzt, wirkte es so, als solle es so sein.

Ich mochte Middie sehr gerne. Sie hat mich manchmal ein wenig an mich selbst erinnert, weswegen ich mich direkt mit ihr identifizieren konnte. Ihr Gefühlschaos war für mich ab und zu schwer zu verstehen, aber sie steckt auch in einer schwierigen und traurigen Situation und wusste selbst oft nichts mit sich und ihren Gefühlen anzufangen. Besonders spannend fand ich es, ihre Entwicklung zu beobachten. Sie ist anfangs sehr zurückhaltend und passiv, hängt sehr an ihrem Freund und stellt sich dabei selbst ein wenig zurück. Später, gegen Ende des Buches, steht sie allerdings für sich selbst ein, kämpft für ihre Träume und Ziele und merkt, dass man manchmal andere Menschen verletzen und loslassen muss, um sein eigenes Glück zu finden. Nate – Middies Freund – mochte ich am Anfang des Buches eigentlich sehr gerne, doch je mehr man über ihn erfährt, desto blasser erschien er mir. Natürlich liegt das daran, dass er kaum selbst auftritt und das meiste nur die Erinnerungen sind, die Middie und Lee miteinander teilen, aber auch später konnte er mich nicht wirklich von sich überzeugen. Bei Lee war es genau umgekehrt. Anfangs war er mir sehr suspekt; ich habe nicht wirklich verstanden, was Middie an ihm findet bzw. warum sie anfängt, sich mit ihm zu treffen, da sie doch so eine geringe Meinung von ihm hat, aber ich habe seine guten Seiten und seine Charakterzüge im Laufe der Geschehnisse besser kennen gelernt und immer mehr zu schätzen gewusst. Ingesamt sind Middie und Lee zwei beeindruckende starke Charaktere, die ich sehr mochte und deren Geschichte ich auch gerne gefolgt bin.

Der Plot an sich hat mir gut gefallen: Die Geschichte wirkte durchdacht, rund und logisch. Nates Verschwinden und dass Lee und Middie sich daraufhin näher kommen. Ich mochte die Entwicklungen, obwohl sie sehr vorhersehbar waren. Ich wusste, dass Nates Verschwinden nicht alles ist, dass es nicht vorbei ist. Mir war klar, dass da noch etwas nachkommt, dass Middie sehr kämpfen muss und am Ende vor einer schwierigen Wahl steht, dass sie sich entscheiden muss, ob ihr ihr persönliches Glück oder das der anderen wichtiger ist. Obwohl er mich überzeugen konnte, weist der Plot auch einiges Schwächen auf: Lees Andeutungen über seine Familie, seine Kindheit und Jugend, was nicht näher ausgeführt wird – obwohl ich das wirklich gerne gelesen hätte –, Middie, die sich am Ende beide Jungs bereit hält, um ihre Entscheidung so lange wie möglich herauszuzögern und sich nicht entscheiden zu müssen, Middie und Lee, die sich trotz Nate vorher nie wirklich kennen gelernt haben und auf einmal Freunde werden und zu guter Letzt das doch relativ schnelle und abrupte Ende.

Den Schreibstil der Autorin fand ich gut. Sie hat einen einfachen Einstieg in ihr Werk geschaffen und unterhält den Leser. Die Sprache ist nicht unbedingt anspruchsvoll, aber doch leicht und locker. Das Cover mochte ich am Anfang gar nicht mal so gerne, aber je öfter ich es betrachte, desto besser gefällt es mir. Der Gegensatz zwischen der recht dunklen Gestaltung und dem hoffnungsvollem Pärchen passt gut zur Geschichte.
Der Sommer, der uns trennte ist eine Geschichte mit zwei wunderbaren und starken Charakteren in einer sehr schweren und traurigen Zeit. Die Handlung weist einige Schäwchen auf (siehe oben), was für mich persönlich jedoch am Unterhaltungswert nichts geändert hat. Es ist ein schönes und empfehlenswertes Buch über junge Liebe, Trauer und der Suche nach dem persönlichem Glück.



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Herzlichen Dank an Netgalley für das Leseexemplar.
Habt ihr Der Sommer, der uns trennte schon gelesen?
Oder steht es auf euere Wunschliste?
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

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Das Urheberrecht des Klappentextes unterliegt dem Harper Collins Verlag.
Das Urheberrecht des Titelbilds unterliegt einzig und allein der Blogredaktion.

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