Samstag, 22. Juli 2017

Rezension | "Crazy, Sexy, Love" & "Dirty, Sexy, Love" von Kylie Scott


LYX | Broschiert | 354 Seiten | 11. November 2016 | 978-3-7363-0199-3 | Dive Bar (#1)
LYX | eBook | 311 Seiten | 26. Mai 2017 | 978-3-7363-0283-9 | Dive Bar (#2)

"Eigentlich war nichts daran spaßig, aber wir lachten uns halb tot. Wir, unsere Leben, waren ein echter Witz." // Seite 52 in Crazy, Sexy, Love


Reihenfolge der »Dive Bar«-Reihe:

Crazy, Sexy, Love (1)
Dirty, Sexy, Love (2)
Naughty, Sexy, Love (3)

Crazy, Sexy, Love – Band 1
BAD BOYS, LIEBE & ROCK’N’ROLL
Als Vaughan nach langer Zeit zurück in seine Heimatstadt kehrt, ist er auf alles vorbereitet – nur nicht auf eine tropfnasse und verzweifelte Braut in seiner Badewanne. Die wunderschöne Fremde heißt Lydia und hat gerade erfahren, dass ihr Verlobter sie betrogen hat. Mehrmals. Mit einem Mann! Eigentlich hat Vaughan einen Berg eigener Probleme. Aber da der Ex-Rockstar und frisch gebackene Barkeeper es nicht übers Herz bringt, Lydia einfach ihrem Schicksal zu überlassen, nimmt er sie vorübergehend bei sich auf – nicht ahnend, dass sie mit ihrer toughen und zugleich verletzlichen Art seine Welt auf den Kopf stellen wird ...


Dirty, Sexy, Love – Band 2
Wenn aus einer Online-Freundschaft plötzlich so viel mehr wird ...
Alex Parks würde am liebsten im Erdboden versinken. Da hat sie all ihren Mut zusammengenommen, um Eric Collins gegenüberzutreten – dem Mann, mit dem sie seit Monaten online flirtet –, doch der hat keine Ahnung, wer sie ist! Völlig gedemütigt will sie nur eins: nichts wie weg aus Coer d’Alene. Das muss Joe – Erics Bruder – mit allen Mitteln verhindern. Der in sich gekehrte Barkeeper wollte eigentlich nur den Online-Dating-Account seines Bruders löschen, ist dabei aber auf Alex’ Profil gelandet – und hat augenblicklich sein Herz an die lustige, wunderschöne Frau verloren. Doch kann er Alex überzeugen, dass er der Mann ist, in den sie sich online verliebt hat? 
 
Crazy, Sexy, Love – Band 1
Crazy, Sexy, Love ist mein erstes Buch der Autorin Kylie Scott, obwohl sie mir durch ihre "Stage Dive"-Reihe schon bekannt ist. Ich habe viel gutes über den ersten Band der "Dive Bar"-Reihe gehört, woraufhin ich es natürlich auch sofort haben und lesen musste. Und trotzdem war ich doch sehr erstaunt, wie gut ich die Geschichte fand.

Zugegebenermaßen fand ich sowohl Vaughan, als auch Lydia am Anfang sehr verrückt und ich wusste nicht wirklich, ob ich sie mögen würde. Ich meine, es ist schon seltsam, im Hochzeitskleid in ein fremdes Haus einzubrechen und sich dort in der Badewanne zu verstecken. Genauso seltsam ist es aber auch, den Einbrecher zu entdecken und ihm ohne Wenn und Aber die Möglichkeit zu geben, die Geschehnisse zu erklären – ohne die Polizei zu rufen oder die Dame im Hochzeitskleid zum Teufel zu jagen. Mir wurde allerdings schnell klar, dass ich beide ausgerechnet deswegen sehr lieb gewonnen habe: Lydia aufgrund ihrer verrückten Art und Vaughan wegen seines ruhigen, gelassenen Charakters. Er hat diesen typischen Bad-Boy-Charme, ist nett und liebenswürdig, weiß aber von Anfang an seine Gedanken und seine Gefühle vor anderen gut zu verstecken. Oft hatte ich bei ihm auch so das Gefühl, dass er selbst nicht mal wirklich weiß, was er fühlt und was er mit seinen Emotionen anstellen soll. Und trotzdem gibt er Lydia, als sie nicht mehr weiter weiß, ein Dach über dem Kopf, hört ihr zu und spendet ihr Trost – ein einfühlsamer Kerl eben.

Und während ich mich still und heimlich in Vaughan verliebt habe, habe ich auch Lydia sehr lieb gewonnen. Denn sie ist nicht nur stark und taff und versucht, die größte Demütigung ihres Lebens zu verarbeiten, sondern sie hat auch eine wunderbar humorvolle und ehrliche Art; die sicher nicht jeder mag, aber ich liebte sie. Da das Buch aus ihrer Sicht erzählt wird, werden ihre Gedanken und Gefühle wesentlich tiefgründiger und emotionaler geschildert als Vaughans, weswegen ich auch eher auf ihrer Seite stand, als Vaughan sich gegen Ende des Buches richtig daneben benimmt und somit Stoff für das bekannte Drama liefert.


Neben Lydia und Vaughan enthält das Buch auch noch andere, sehr authentische Figuren, die nicht nur wichtig für den Verlauf der Geschichte sind, sondern für mich persönlich auch sehr positiv im Gedächtnis bleiben. Ich mag Bücher sehr gerne, in denen nicht unbedingt die Familie im Vordergrund steht, sondern richtige, echte Freundschaften entstehen und zeigen, dass man zu jeder Zeit, in jeder Situation und in jeder erdenklichen Lage neue Menschen kennenlernen und eine Bindung zu ihnen aufbauen kann.

Die Handlung und der Verlauf der Liebesgeschichte haben mir sehr gut gefallen. Der langsame Aufbau von Gefühlen zwischen Lydia und Vaughan fand ich authentisch geschildert und ihre Beziehung erschien dadurch auch sehr echt. Mir persönlich hat allerdings weniger gefallen, dass schon im Vorhinein klar war, warum die Beziehung zwischen den beiden nicht von Dauer sein kann und Vaughan auch immer wieder Wert darauf legt, dies zu betonen und somit einen Schatten auf ihre Liebe legt. Er wusste von Anfang an Bescheid und hat trotzdem zugelassen, dass die beiden Gefühle füreinander entwickeln. Trotzdem keine Angst: Dass es letztlich ein Happy End geben wird, ist, denke ich, selbstredend ;)

Den Schreibstil von Kylie Scott fand ich einmalig. Selten habe ich so oft grinsen müssen beim Lesen, weil Lydias sarkastische Bemerkungen oder ihre humorvolle Art einfach super auf's Papier gebracht wurden. Aber nicht nur das. Crazy, Sexy, Love hat auch einige sehr emotionale Stellen und ich konnte die Gefühle der Figuren sehr gut nachempfinden – egal, ob sie traurig waren, sauer, gedemütigt oder ob es einfach nur geknistert hat.


"Was die Dive Bar betraf, schien ich dazu verdammt, nichts als Peinlichkeit und Demütigung zu erfahren. Tod und Verstümmelung, so was in der Art." // eBook Seite 75 in Dirty, Sexy, Love

Dirty, Sexy, Love – Band 2
Nachdem ich "Crazy, Sexy, Love" so begeistert beendet hatte, konnte ich nicht anders, als mich gleich auf den zweite Band zu stürzen und mich in Dirty, Sexy, Love zu verlieben. Ich hatte natürlich sehr hohe Erwartungen, habe mich gefreut, einen weiteren Charakter aus der Dive Bar unter die Haube zu bringen und auch die anderen Protagonisten wiederzutreffen. Und auch wenn mir Dirty, Sexy, Love im Grunde gut gefallen hat, fand ich es doch um einiges schwächer als sein Vorgänger.

Fangen wir mal vorne an: Die Charaktere. Joe lernt man im ersten Teil der "Dive Bar"-Reihe schon ein wenig kennen, doch wirklich präsent war er dort nicht, weswegen ich vor dem Lesen des zweiten Teils auch kein wirkliches Bild von ihm hatte und ihn nicht richtig einzuschätzen wusste. Und obwohl ich die Figuren und die Charakterzeichnung in Band eins noch so gelobt habe, habe ich es diesmal leider nicht wirklich schaffen können, eine Bindung zu Joe oder zu Alex aufzubauen.

Bei Joe lag es zum einen daran, dass er von seiner Beschreibung her einfach nicht in mein Beuteschema passt. Vaughan aus Band eins ist zwar auch nicht unbedingt mein Typ, aber er war sexy dargestellt mit Bad-Boy-Charme und Einfühlungsvermögen, während bei Joe immer wieder durch die Autorin selbst die Wikinger-Assoziation aufgegriffen und von "so vielen Haaren" gesprochen wird, so dass mich das irgendwann nur noch genervt hat. Was ich aber viel schlimmer fand, war sein Verhalten Alex gegenüber. Joe wird im ersten Teil und auch am Anfang des zweiten Teils, trotz seines Wikinger-Auftretens, als sehr sanft dargestellt, als jemand, der empathisch ist, einfühlsam und rücksichtsvoll. Als jemand, bei dem man sich wohlfühlen kann. Aber er verhält sich nicht so. Er ist Alex gegenüber mehr als ein Mal unfair, er behandelt sie nicht gut, er lügt und letztlich steht er auch am Ende der Geschichte nicht seinen Mann. Nicht mal, als er weiß, wie Alex empfindet. Stellenweise kam es mir leider so vor, als habe Kylie Scott sich nicht so viel Mühe gegeben wie bei Lydia und Vaughan oder als sei ihr Joe und Alex nicht so wichtig wie das Paar aus dem ersten Band gewesen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob sie mich in Band drei mit den Figuren wieder mehr wird überzeugen können.


Und auch Alex ist leider für mich ein Stück weit oberflächlich und wankelmütig geblieben. Während sie am Anfang über Joes Verrat tobt und ausrastet und ihm ordentlich ihre Meinung sagt, lässt sich im Laufe der Geschichte immer mehr gefallen. Und auch sie steht nicht ihre Frau, was ich gerade aufgrund ihres Auftretens am Anfang des Buches, überhaupt nicht nachvollziehen konnte und was im Grunde dazu geführt hat, dass ich mich mit beiden Hauptprotagonisten nicht wirklich identifizieren konnte, keinen wirklich authentisch oder tiefgründig fand und ich mir auch sehr oft die Haare habe raufen müssen.

Dementsprechend oberflächlich habe ich leider auch die Entwicklung der beiden beobachtet. Ich fand es eigentlich ganz schön, zu lesen, wie Joe mit seinen Schuldgefühlen umgeht und Alex immer mehr lernt, ihm zu vertrauen, wie sie zusammen arbeiten und er sich um sie kümmert. Die beiden passen trotz ihres fragwürdigen Verhaltens ganz gut zusammen und geben ein schönes Paar ab. Und auch die Entwicklung gegen Ende des Buches haben mich über viel Frust bezüglich der Charakterzeichnung hinweggetröstet, so dass ich mich letztlich auch für die beiden gefreut habe und auch viele positive Seiten an ihrer Beziehung feststellen konnte.

Der Schreibstil der Autorin war bei Dirty, Sexy, Love nicht ganz so leicht und humorvoll wie im ersten Band, allerdings ist die Geschichte wieder aus Sicht der weiblichen Hauptprotagonistin geschrieben und Alex ist viel ernster und ruhiger, als Lydia. Trotzdem ließ sich das Buch gut durchlesen und der Schreibstil hat mich durch die Seiten fliegen lassen.

Crazy, Sexy, Love – Band 1
Crazy, Sexy, Love ist genau das, was der Buchtitel beschreibt: Crazy, Sexy, Love. Ich habe selten ein Buch gelesen, bei denen die Hauptprotagonisten ein so gutes Paar abgeben und so gut zueinander gepasst haben. Zusätzlich hat mir der Schreibstil einmalig gut gefallen und ich freue mich auf weitere Pärchen, die Kylie Scott zusammenbringen wird.


Cover (1 Stern) + Figuren (1 Stern) + Plotidee (1 Stern) + Umsetzung (1/2 Stern) + Schreibstil (1 Stern)
= 4 1/2 Sterne



Dirty, Sexy, Love – Band 2
Dirty, Sexy, Love ist bei weitem nicht so gut gelungen wie der Vorgänger, konnte mich aber doch recht gut unterhalten. Ich konnte mich schlichtweg nicht mit den Charakteren und deren Verhalten anfreunden, jedoch fand ich die Liebesgeschichte schön umgesetzt und auch den Schreibstil fand ich wieder gelungen. Ich bin sehr sehr sehr gespannt auf Eric in Band drei.


Cover (1 Stern) + Figuren (0 Sterne) + Plotidee (1 Stern) + Umsetzung (1/2 Stern) + Schreibstil (1 Stern)
= 3 1/2 Sterne


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Vielen Dank an den LYX Verlag für das Rezensionsexemplar zu Dirty, Sexy, Love.
Habt ihr die "Dive Bar"-Reihe schon gelesen?
Steht es auf eurer Wunschliste?
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

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Das Urheberrecht des Klappentextes unterliegt dem LYX Verlag.
Das Urheberrecht des Titelbilds unterliegt einzig und allein der Blogredaktion.

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