Dienstag, 29. August 2017

Rezension | "The Score – Mitten ins Herz" von Elle Kennedy

Piper | eBook | 416 Seiten | 2. Juni 2017 | 978-3492309400 | Off-Campus (#3)

"Zum ersten Mal seit sieben Tagen spüre ich einen kleinen Funken Hoffnung in mir aufkeimen. [...] Aber das Schlimmste an der Hoffnung ist, dass sie nur allzu oft enttäuscht wird." // 87 Prozent


Reihenfolge der »Off-Campus«-Reihe:

The Deal – Reine Verhandlungssache (1)
The Mistake – Niemand ist perfekt (2)
The Score – Mitten ins Herz (3)
The Goal – Jetzt oder nie (4)
erscheint Dezember 2017

Allie Hayes steckt in einer Krise. Sie hat keinen Plan für die Zukunft und außerdem ein gebrochenes Herz. Zügelloser Sex ist sicher nicht die Lösung ihrer Probleme, aber dem unglaublichen Hockeystar Dean Di Laurentis kann sie – zumindest in dieser Nacht – nicht widerstehen. Dean dagegen bekommt immer, was er will. Deshalb kann er es auch nicht fassen, dass Allie nach ihrer gemeinsamen Nacht nichts mehr von ihm wissen will. Dean findet, Allie muss um jeden Preis erobert werden. Aber weiß er wirklich, worauf er sich da einlässt?

The Score ist der erste Teil, den ich lese, obwohl es schon der dritte Band aus der "Off-Campus"-Reihe ist. Die Geschichte von Hannah und Grace habe ich verpasst und obwohl ich bisher noch kein Buch von Elle Kennedy gelesen habe, hatte ich natürlich trotzdem hohe Erwartungen. Mittlerweile liebe ich "New Adult"-Bücher und habe durch die wundervollen Autorinnen Mona Kasten, Bianca Iosivoni und Abbi Glines auch schon so einige richtig gute Bücher in dem Genre gelesen.

Obwohl The Score der dritte Teil der Reihe ist, bin ich super in die Geschichte gestartet. Für mich waren Hannah und Garrett, sowie Grace und Logan zwar unbekannt, aber die Autorin hat die verschiedenen Pärchen und Nebenfiguren perfekt in die Geschichte eingepflegt und wichtige Aspekte (zum Beispiel entstandene Spitznamen, witzige und besondere Momente aus den vorherigen Büchern) nochmal hervorgehoben bzw. wiederholt, so dass ich an keiner Stelle das Gefühl hatte, irgendwas Großartiges verpasst zu haben. Was natürlich nicht bedeutet, dass ich die anderen Bücher von Elle Kennedy nicht mehr lesen werde; sie sind schon auf meiner Wunschliste gelandet. Die Mischung aus den unterschiedlichen Charakteren und einer sehr einfühlsam ausgearbeiteten Liebesgeschichte hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte wirkt sehr authentisch und realitätsnah, nicht zu übertrieben oder mit zu vielen Problemen und Drama aufgeblasen. Allerdings hatte ich mit dem Erotik-Aspekt überhaupt nicht gerechnet. Ich habe nichts gegen Sexszenen in Liebesgeschichten, auch nicht mal dann, wenn er als Mittel zum Zweck eingesetzt wird, denn so läuft es nun mal am College. Allerdings waren mir die erotischen Szenen irgendwann doch zu viel, weil ich eben nur eine schöne, leichte Liebesgeschichte erwartet hatte und es einige solcher Szenen gibt, manchmal sogar ziemlich lange ausgearbeitet.

Trotzdem hat der Plot mich überzeugt. Ich mochte das Zusammenspiel der Charaktere, ich mochte Dean und Allie zusammen, ich mochte, wie die Autorin mit den Höhen und Tiefen der Beziehung der beiden umgeht, aber auch mit ihren persönlichen Auf und Abs. Beide haben es sicher nicht einfach, beide kämpfen sich mit den verschiedenen Mitteln durch's Leben und es war sehr schön mitanzusehen, wie beide in- und aneinander ein wenig Halt finden. Aber neben Liebe und Erotik spielt die Autorin auch noch mit anderen Aspekten und Emotionen. Es gab verschiedene Stellen im Buch, die mich absolut mitgenommen und berührt haben. Der Kummer der beiden Hauptprotagonisten ist mit Händen greifbar und haben sich absolut auf mich übertragen. Die Trauer, die beide empfanden, die Hilflosigkeit, keinen Ausweg zu finden und schlechte, traurige, erschütternde Dinge zu verarbeiten, das Aufgeben und enttäuschte Hinschmeißen, als Allie einfach nicht mehr weiter weiß. Elle Kennedy hat mich da an einer Stelle eiskalt erwischt – was wahrscheinlich auch ihre Absicht gewesen war – und mich auch absolut mitgenommen, weil ich vor kurzem selbst erst so eine Situation erleiden musste.


Allie und Dean sind beide sehr tolle Hauptprotagonisten, die gestützt durch ihre besten Freunde, ein tolles Team abgeben. Mit Dean musste ich anfangs erst warm werden. Nach seinem ersten Auftreten war er nicht unbedingt der Kerl, den ich mir für Allie gewünscht hätte, aber seine positiven Charaktereigenschaften stechen desöfteren im Laufe des Plots noch hervor. Er ist mehr als nur der Frauenheld, als den er dargestellt wird, mehr als die "männliche Hure", für den ihn jeder hält. Klar, er provoziert es gerne, legt es auch darauf an, so wahrgenommen zu werden, aber er ist doch ein Mann, dessen Gedanken und Gefühle man erst wirklich verstehen kann, wenn man sich mit ihm befasst – als Außenstehender fiel mir das am Anfang schwer, aber die Kapitel, in denen er aus seiner Sicht erzählt, haben mich dann doch von ihm überzeugen können. Auch Allie ist ein toller Charakter, der mich zwar manchmal mit ihrer Wankelmütig in den Wahnsinn getrieben hat, die aber nach leicht durchschaubaren Motiven handelt. Sie möchte einfach nur geliebt werden, irgendwo ankommen und Halt finden, nachdem in ihrem Leben, vor allem in ihrer Familie, vieles nicht so lief, wie es sein sollte. Ihre Geschichte hat mich sehr bewegt, weswegen ich mir auch nichts anderes gewünscht habe, als dass sie endlich glücklich wird und denjenigen findet, den sie verdient. Anfangs dachte ich ja noch, die beiden passen überhaupt nicht zueinander und Dean wird Allie niemals glücklich machen können, aber Elle Kennedy hat mich überzeugt.

Den Schreibstil der Autorin fand ich wirklich toll. Er war genau das, was ich eben von einem "New Adult"-Buch auch erwarte: eine leichte, lockere Schreibweise, die dem Leser die Gefühle der Figuren näher bringt und diese auch auf ihn überträgt. Mitgefühlt habe ich nämlich auf jeden Fall. Auch die erotischen Szenen fand ich authentisch geschildert, was auch nicht so oft der Fall ist (oft sind sie ja so übertrieben oder plump, was ich überhaupt nicht mag). Mich persönlich hat einfach nur die Menge derer gestört. Ein bisschen weniger und das Buch hätte von mir volle Punktzahl erhalten.

Und auch das Cover gefällt mir sehr gut. Ich finde, der "New Adult"-Aspekt wurde gut eingefangen und ich persönlich bin ja auch ein Fan davon, wenn man keine kompletten Gesichter auf der Außengestaltung sieht. Ich bin wirklich traurig, dass ich nur das eBook von The Score habe. Die anderen Bände werde ich mir dann vermutlich als Printbücher kaufen, denn zusammen im Schrank sehen sie alle bestimmt super aus.
The Score – Mitten ins Herz bietet eine wunderschöne Liebesgeschichte, zwei sehr authentische Hauptprotagonisten und jede Menge Emotionen und traumatische Erlebnisse, die es zu verarbeiten gilt. Mich hat der dritte Teil der "Off-Campus"-Reihe überzeugt, auch wenn ich mir persönlich ein bisschen mehr Liebe und ein bisschen weniger Erotik gewünscht hätte. Trotzdem werden die anderen Teile auf jeden Fall noch bei mir einziehen.


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Vielen Dank an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar.
Habt ihr The Score schon gelesen?
Steht es auf eurer Wunschliste?
Ich wünsche euch eine schöne Restwoche!

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Das Urheberrecht des Klappentextes unterliegt dem Piper Verlag.
Das Urheberrecht des Titelbilds unterliegt einzig und allein der Blogredaktion.

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