Mittwoch, 29. November 2017

Rezension | "Tränenbringer" von Veit Etzold

Knaur | Taschenbuch | 480 Seiten | 1. September 2017 | 978-3426520697 | Clara Vidalis (#5)

"Ihre Welt war tot. Nicht nur ihre. Denn wer einen Menschen tötet, der tötete eine ganze Welt." // Seite 188


Reihenfolge der »Clara Vidalis«-Reihe:

Final Cut (1)
Seelenangst (2)
Totenwächter (3)
Totenzeichner (4)
Tränenbringer (5)

Band fünf der Bestseller-Serie von Veit Etzold: Top-Autor Veit Etzold ist mit seiner Hauptkommissarin Clara Vidalis, Expertin für Pathopsychologie am LKA Berlin, regelmäßig auf der Spiegel-Bestsellerliste. Kaum ein deutscher Thriller-Autor beherrscht die Klaviatur harter, realistischer Spannung so wie er. Ihr fünfter Fall bringt Clara auch persönlich an ihre Grenzen: Ein Serienkiller entführt 18-jährige Mädchen und lässt den Eltern Leichenteile zukommen. Die Ermittler schickt er ein ums andere Mal auf eine falsche Spur. Und vor Jahren fiel Claras kleine Schwester einem ganz ähnlich agierenden Wahnsinnigen zum Opfer, der nie gefasst werden konnte … Harte Fälle, schnelle Action – deutsches Setting!

 
Tränenbringer ist der fünfte Band der "Clara Vidalis"-Reihe und mein zweites Buch des Autors Veit Etzold. Clara Vidalis und Teile ihres Teams haben mich schon im Auftaktband "Final Cut" überzeugen können, weswegen ich auf ihren neusten Fall mehr als gespannt war. Zumindest schien es auf den ersten Blick ein interessanter Fall und ein spannender Thriller zu werden.

Obwohl ich zwischendurch vier Bände verpasst habe, kann ich von einem problemlosen Einstieg sprechen. Der Leser startet direkt mit dem Fall und wird spannend und faszinierend in den Thriller eingeführt. Vorkenntnisse bezüglich des Teams oder deren Ermittlungen sind meiner Meinung nach nicht unbedingt notwendig, allerdings werden Täter aus vorherigen Fällen (und damit vorherigen Büchern) öfters mal erwähnt und stellenweise in kleinen Details erläutert – gespoilert hat mich das allerdings nicht wirklich. In diesem Buch wurde mir relativ schnell klar, wie die Beziehungen im Team aussehen, wer welche Schwerpunkte und Fachgebiete hat und wer wann eine Rolle spielt. Meiner Meinung nach ist es also nicht unbedingt notwendig, alle vier Teile vorher zu kennen; Tränenbringer kann auch unabhängig von der Reihe gelesen werden.

Tränenbringer ist eigentlich genau das, was ich im Vorhinein von diesem Buch erwartet hatte: es ist brutal, es ist eklig, es ist persönlich und es ist spannend. Veit Etzold schafft mit seinen Ausführungen, seinen Erklärungen und seinen Einblicken in die menschliche Psyche sowie in die polizeiliche Ermittlungsarbeit eine wunderbar gruselige und angespannte Grundstimmung, die mithilfe der persönlichen Involvierung von Clara und ihrem Verlobten nur noch getoppt wird. 

Trotzdem ist es mir sehr schwer gefallen, die Spannung durch das komplette Buch durchzutragen, denn leichte langatmige Passagen und öfters vorkommende Wiederholungen von Ermittlungsergebnissen sind ebenfalls Teil des Buches. Dass zwei Ermittler zusammen durch eigenes Abwägen und Zusammentragen von Fakten eine neue Spur haben, ist ja vollkommen normal und sollte in einem guten Thriller auch stattfinden. Dass dies dann aber vor anderen Kollegen, die in der jeweiligen Situation nicht dabei waren, nochmal von der Pike auf erklärt wird, hätte meiner Meinung nach einfach nicht sein müssen. Diese Szenen hätte man gerne mit mehr Spannung ausbauen können. Trotz allem ist der Plot überzeugend und einnehmend.

Das Ermittlerduo – hier Clara Vidalis und ihr Freund MacDeath – fand ich persönlich einfach klasse. Normalerweise bin ich absolut kein Fan von Ermittlern, die trotz einer privaten Beziehung an ein und demselben Fall arbeiten. Da es hier aber auch um Clara persönlich geht, finde ich es doch gut und logisch umgesetzt. Zumindest verliert Veit Etzold hier nicht den Fokus und die Ermittlungen bleiben stets der Hauptplot – auch wenn dieser mit privaten Nebenplots ausgearbeitet wurde. Bei mir ist es schon eine Weile her, dass ich "Final Cut" gelesen habe, aber Clara blieb mir damals sehr positiv im Gedächtnis, was ich auch hier wieder wahrnehmen konnte. Ich hatte zwar stellenweise ein paar Probleme mit ihr (gerade im privaten Umfeld habe ich viele Gefühle und Gedanken ihrerseits nicht nachvollziehen können), trotzdem empfand ich ihr berufliches Auftreten als interessant und authentisch umgesetzt.

Mithilfe verschiedener Perspektivenwechsel schafft der Autor Abwechslung in Tränenbringer. Ich mag normalerweise in Thrillern keine Kapitel mit Täter-Perspektive, jedoch bin ich mir ziemlich sicher, dass dies der Mehrheit gefällt. Schließlich bringt es – wie oben schon geschrieben – Abwechslung und lenkt ein wenig von der manchmal sehr stumpfen Ermittlungsarbeit ab. Im Allgemeinen bin ich ein sehr großer Fan von Veit Etzolds Schreibstil. Die Wiederholungen hätte man, wie gesagt, meiner Meinung nach weglassen können, doch der logisch ausgearbeitete Fall und die Grundstimmung, die während des Buches verbreitet wird, haben mir sehr gut gefallen und zeugen von einer tollen Autoren-Arbeit.

Für alle, die brutale und mitreißende Krimis lieben, ist Veit Etzolds Tränenbringer genau das Richtige. Der tolle Schreibstil, der packende und interessant ausgearbeitete Fall und ein faszinierendes Ermittlerduo ergeben einen packenden Thriller, der zwar kleine Schwächen aufweist, aber definitiv überzeugen kann – und anderen Bestseller-Thrillern in Nichts nachsteht. 


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Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.
Habt ihr Tränenbringer schon gelesen?
Steht es auf eurer Wunschliste?
Ich wünsche euch einen schönen Tag!

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Das Urheberrecht des Klappentextes unterliegt dem Knaur Verlag.
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