Samstag, 20. Januar 2018

Rezension | "Targa – Der Moment, bevor du stirbst" von B.C. Schiller

Penguin | Taschenbuch | 400 Seiten | 10. Juli 2017 | 978-3328101512 | Targa Hendricks (#1)

"Aber ich muss mich auf ihn einlassen. Nur so kann ich es begreifen. [...] Wie man so abgrundtief böse und gleichzeitig so anziehend sein kann." // Seite 189

Reihenfolge der »Targa Hendricks«-Reihe:

Targa – Der Moment, bevor du stirbst (1)
Immer, wenn du tötest (2) 05/2018

Niemand kommt dem Bösen so nahe wie sie.

Targa Hendricks hat keine Freunde, keine Liebe, nichts zu verlieren. Doch vor allem hat sie keine Angst – und genau das macht sie so verdammt gut in ihrem Job. Denn als Undercover-Ermittlerin einer Sondereinheit des BKA ist es ihre Aufgabe, Serienkiller auf frischer Tat zu überführen, und dazu gibt es nur zwei Wege: Targa muss sich einem Mörder ausliefern – oder ihn glauben lassen, sie sei wie er.

Falk Sandman ist Hochschuldozent, charismatisch, clever und besessen von den letzten Worten Sterbender – seiner Opfer. Eines Tages trifft er eine junge Frau, die sich für seine dunkle Seite interessiert. Sie will von ihm lernen, und Sandman fasziniert ihr gefühlloses Verhalten. Zunächst ist er skeptisch, doch allmählich vertraut er ihr.

Ein tödliches Spiel beginnt. Wer wird gewinnen?


Targa – Der Moment, bevor du stirbst ist mein erstes Buch des Autoren-Duos B.C. Schiller, obwohl ich festgestellt habe, dass die beiden schon einige Bücher geschrieben und veröffentlicht haben. Eigentlich hatte ich ja gehofft, dass Targa ein Einzelband sein wird – ich habe schon so viele (Thriller)Reihen angefangen und unbeendet – aber nach dem Lesen bin ich wirklich begeistert von der Geschichte und von der etwas anderen Ermittlerin, so dass ich mich doch auf den zweiten Teil freue.

Allerdings hat es mir die Geschichte nicht immer besonders einfach gemacht. Gerade den Einstieg in das Buch empfand ich als schwierig, denn die Kapitel sind eher kurz gehalten und wechseln am Anfang auch dauernd die Perspektive. Mir persönlich fällt es immer schwer, leicht in ein Buch zu starten, wenn es keinen Protagonisten oder einen roten Faden gibt, an dem ich mich orientieren kann. Ich habe mich lange gefragt, was Luisa und der mysteriöse Mann, was Erik und der Häftling Carlos Schmidt mit der eigentlichen Handlung zu tun haben. Später ergibt das natürlich alles einen Sinn und ich war dankbar für die Hintergrundinformationen; den Einstieg hat es mir trotzdem nicht leichtgemacht.

Aber je mehr Seiten ich gelesen habe, desto besser kam ich mit der Handlung und den Personen klar. Das Besondere an dem Thriller ist, dass man den Täter bereits kennt. Das klingt vielleicht gar nicht mal so spannend: war es aber. Denn die Strategie, mit der die Ermittler Lundt und Targa an die Sache herangehen, um Falk Sandmann zu überführen, war wirklich sehr interessant aufgebaut. Die verschiedenen Spannungsbögen und unerwartete Wendungen in der Geschichte, das Geflecht zwischen den verschiedenen (anfangs verwirrenden) Protagonisten und Perspektiven, Targa als Hauptcharakter, ihre Beziehung zur Zielperson und die rasante, temporeiche Erzählung lassen die Geschichte durchgehend spannend wirken und haben mich gefesselt. Ich habe während des ganzen Buches auf den Showdown zwischen Targa und Sandmann gewartet und war ein bisschen überrascht, dass es doch so lange gedauert hat. Aber dennoch hat mich das Zusammentreffen und die Auflösung überzeugt und zufrieden zurückgelassen. Und auch das Ende gibt sehr viel Stoff für den zweiten Band und hat mich mit dem Cliffhanger doch sehr überrascht.

Einen besonderen Reiz hat aber ohnehin Targa bei mir ausgelöst. Sie ist ausgesprochen schwierig einzuschätzen, weil sie einerseits sehr stark und clever ist, gute Ideen und Methoden hat, aber andererseits auch durchgehend so wirkt, als brauche sie Schutz, als müssen man sie in den Arm nehmen und vor all dem Bösen da draußen behüten. Sie ist ein sehr sehr besonderer Charakter, ein bisschen eigenbrötlerisch und auch eigenartig, aber auch Lundt, Rita und Pierre (das Team rund um Targa) sind nicht langweilig ausgearbeitet oder Stereotypen und daher tolle Nebenfiguren. Das ganze Team ist faszinierend und interessant.

Anfangs wirkte der Schreibstil ein bisschen befremdlich auf mich. Mir fiel es schwer, mich in Targa hineinzuversetzen, weil die Art und Weise, wie B.C. Schiller schreiben, teils sehr distanziert und abgeklärt wirkt. Ich habe mich allerdings daran gewöhnt und ich finde es auch passend zu dem Thriller und zur Hauptprotagonistin. Vieles über ihre Person liegt da im Argen und ich hoffe, dass man im zweiten Teil mehr über ihre Vergangenheit und über den Cliffhanger erfährt.

Targa – Der Moment bevor du stirbst ist ein sehr starker Thriller-Auftakt, der rasant und spannend erzählt ist und meiner Meinung nach keine einzige langweilige oder träge Stelle aufweist. Ich habe zwar eine Weile gebraucht, um in der Handlung anzukommen, allerdings ist diese spannend, faszinierend und fesselnd aufgebaut und machen das Buch zu einem sehr empfehlenswerten Thriller.


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Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.
Habt ihr Der Moment, bevor du stirbst schon gelesen?
Steht es auf eurer Wunschliste?
Ich wünsche euch einen schönen Tag!

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