Sonntag, 8. April 2018

Rezension | "Feuerprobe" von Josephine Angelini

Dressler Verlag | Hardcover & eBook | 481 Seiten | 19. September 2014 | B00JZT2Q2W | Everflame (#1)
Originaltitel: Trial by Fire (2014)


"Ja, Feuer hat Zähne und es nagt an dir wie ein lebendes, atmendes Tier. Es brüllt sogar wie ein Tier. " // bei 10 Prozent

Everflame (1)
Rowan (1,5)
Tränenpfad / Firewalker (2)
Verräterliebe / Witch's Pyre (3)

Feuerrote Locken, unglücklich verliebt und so ziemlich gegen alles allergisch, was es gibt: Lily Proctor ist 17 und die Außenseiterin an der Highschool von Salem. Lily wünscht sich nichts mehr, als von hier zu verschwinden - und findet sich in einem furchterregenden anderen Salem wieder, in dem mächtige Frauen herrschen. Die stärkste und grausamste dieser »Crucible« ist Lillian - und Lily wie aus dem Gesicht geschnitten. Sind Lilys Allergien und Fieberschübe tatsächlich magische Kräfte und ist sie selbst eine Hexe? In einem Strudel aus gefährlichen Machtkämpfen und innerer Zerrissenheit, begegnet Lily sich selbst - und einer unerwarteten Liebe.

Josephine Angelini wurde in Massachusetts geboren. Sie studierte Angewandte Theaterwissenschaft an der Tisch School of the Arts, New York University. Dabei interessierten sie besonders die tragischen Helden der griechischen Mythologie. Josephine Angelini lebt mit ihrem Ehemann, einem Drehbuchautor, und drei Katzen in Los Angeles.



Leider war "Everflame" in vielen Dingen nicht das, was ich erwartet hatte und welche Qualität ich von der "Göttlich"-Trilogie gewohnt war. Im Grunde hat mir die Plotidee gut gefallen und sie klang – zumindest im Klappentext – auch sehr vielversprechend. Nur konnte Josephine Angelini das nicht so wirklich nach meinen Vorstellungen und Erwartungen umsetzen. Auch jetzt, nachdem es Tage her ist, dass ich das Buch gelesen habe, fällt es mir immer noch schwer, eine abschließende Meinung zu Feuerprobe zu bilden und diese in Worte zu fassen, weil mich das Buch schlichtweg nicht einfangen konnte.

Mir hat der Anfang der Geschichte noch recht gut gefallen. Diese Highschool-Teenager-Realitätsgeschichte hat meiner Meinung nach Sinn gemacht und hat Lily als Protagonistin gut eingeführt. Zwar hatte ich hier und da ein paar Probleme mit ihr und ihren Handlungen, aber sie ist nun mal ein Teenager. Kein Wunder, dass sie da denkt, sie wisse alles besser und würde den Kerl, der allen Mädchen das Herz bricht, ändern können. Trotzdem hat die Autorin es meiner Meinung nach mit dem Realitätsbezug relativ gut geschafft, dass man als Leser eine Verbindung zu Lily aufbauen und sie lieben lernen konnte.

Leider habe ich sowohl die Geschichte, als auch Lily als Protagonistin, in der Hexenwelt verloren. Mir persönlich ging der Plot viel zu gemächlich vonstatten und auch von der Hexerei und der Magie hatte ich mehr erwartet. Meiner Meinung nach lebt eine Hexengeschichte von der Kreativität der Magie, der Schilderung der Hexerei und wie diese magische Kraft wirkt – und das hat mir Josephine Angelini leider einfach viel zu oberflächlich erzählt. Ich hatte die Magie kaum in ihren Worten wahrnehmen können und ich war fast schon enttäuscht, wie wenig tiefgründig dies erzählt und ausgebaut wurde. Zusätzlich fand ich auch den Plot ausbaufähig. Ich will nicht sagen, dass er mir zu vorhersehbar war, aber so wirklich mitgerissen hat er mich nicht. Und auch packende und mitreißende Spannungshöhepunkte habe ich vermisst. Für mich ist die Erzählung leider nur dahingeplätschert und hat mich nicht so abholen können, wie ich es mir gewünscht hätte.

Bis hierhin klingt meine Bewertung eigentlich recht negativ, weswegen ich auch noch ein paar gute Dinge an diesem Buch hervorheben möchte. Und zwar haben mir die Männer in Feuerprobe als Charaktere recht gut gefallen. Rowan hat definitiv seine Ecken und Kanten und konnte mich, trotz seiner launischen Art, durchaus überzeugen. Und auch Tristan – der aus der Hexenwelt – und Caleb fand ich recht unterhaltsam und sie passten sehr gut in die Geschichte. Ebenso hat Lilys Anatogonisten Lilian meiner Meinung nach noch Luft nach oben, aber ihr Auftreten hat mir gefallen und bietet sicher noch einigen Stoff für die nächsten beiden Bände.

Letztlich hat mir auch das Ende gut gefallen, das den Leser durch den fiesen Cliffhanger eher weniger befriedigt zurücklässt – aber auf eine gute Weise. Denn obwohl mich die Geschichte nicht so wirklich abholen konnte, möchte ich nach dem Schluss doch wissen, wie es mit Lily und ihren Freunden weitergeht. Und welche Abenteuer noch auf sie warten.


"Feuerprobe" hat mir zu großen Teilen gut gefallen. Die Idee der Paralleluniversen war sehr gut umgesetzt und es war interessant zu sehen, wie Lily versucht, sich in einer Welt zurechtzufinden, die für sie fremdartig und teilweise sogar rückständig ist, aber auch, dass sie der uns bekannten Welt in einigen Bereichen voraus sind und welche alternativen Lösungen sie dank der Magie, die die Hexen wirken, haben. Das World Building war wirklich großartig und auch das Konzept von Hexen fand ich interessant, da es etwas ganz anderes ist, als ich bisher kannte. Da Lily erst nach und nach entdecken muss, was sie alles kann oder theoretisch erlernen könnte, erfährt man als Leser einiges über Magie und Hexerei. Besonders gut fand ich hier, dass Magie nicht unfehlbar ist, sondern dass auch Wissenschaft noch benötigt wird, da es realistischer war als eine Begabung, die einfach alles kann.

Die Handlung selbst war wendungsreich und interessant und gerade der Cliffhanger am Ende sorgt dafür, dass man unbedingt weiterlesen möchte, also bin ich schon gespannt darauf, wie es in Band 2 weitergehen wird. Bisher ist noch ziemlich viel offen, sodass ich keine Ahnung habe, wie die Reihe enden könnte... vor allem in Bezug auf Lilian, Lilys 'böses' Gegenstück in der neuen Welt, ist einiges unklar, gerade, was ihre Motivation betrifft und ob sie wirklich, wie sie behauptet, einen bestimmten Plan verfolgt.

Obwohl mir das Buch gut gefallen hat, habe ich doch auch ein paar Dinge zu kritisieren. Zum einen ist da Lily selbst; sie ist mir wirklich sympathisch und ich mochte, wie sie mit den neuen Herausforderungen umgegangen ist, aber ihr militanter Vegetarismus und die Anti-Atomkraft-Kampagne, die sie gehalten hat, waren mir etwas zu viel. Ich fand gut, dass sie diese 'Positionen' vertreten hat, weil es in Büchern nicht oft vorkommt, aber mir wurden ihre Predigen über die Themen irgendwann zu viel, sodass ich froh war, als es später im Buch nachgelassen hat. Außerdem hat mich noch ein bisschen gestört, dass sie alles, für das andere Jahre brauchten, so unglaublich schnell lernen konnte, aber das sollte eben unterstreichen, wie besonders sie ist.

Natürlich hat mir auch die Dreiecksbeziehung, die angedeutet wird, nicht gefallen, aber es scheint ja schon klar zu sein, wie sie sich 'entscheiden' wird, also hoffe ich, dass dieser Faktor in den künftigen Büchern keine Rolle spielen wird. Allerdings weiß ich noch nicht, ob ihre Gefühle, die sie entwickelt hat, für mich glaubwürdig sind oder ob sie nicht einfach aus dem Nichts kamen - das hängt wohl davon ab, wie es mit ihnen weiter gehen wird.

 
Mich hat der Auftaktband der "Everflame"-Reihe leider nicht hundertprozentig überzeugen können. Mir hat in Feuerprobe einfach zu viel gefehlt und ich hatte zu viele Punkte zu bemängeln. Allerdings sehe ich das Potenzial in der Geschichte, in den Protagonisten und in dem Ende, weshalb ich eine solide 3-Sterne-Bewertung vergebe. Schließlich hat die Autorin es trotz allem geschafft, dass ich den zweiten Band auch noch lesen möchte.

Obwohl ich ein paar Kritikpunkte hatte, hat mir das Buch gut gefallen. Gerade das World Building fand ich toll und die Geschichte macht auf jeden Fall neugierig auf Band 2, sodass ich schon gespannt darauf bin.


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Noch ein schönes Wochenende!

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