Dienstag, 27. Februar 2018

Rezension | "Tulpengold" von Eva Völler

Bastei Entertainment | eBook | 481 Seiten | 23. Februar 2018 | B0774TSVMS

"Er breitete die Tulpenskizzen vor sich aus und wünschte sich, in die Zukunft blicken zu können." // bei 36,81%
(Verlagsseite)

Amsterdam, 1636. Pieter, der neue Lehrling von Rembrandt van Rijn, ist ein Sonderling. Vor allem seine Begeisterung für höhere Mathematik weckt Befremden. Seine Begabung kann er indessen unverhofft anwenden, als auf einmal die Preise für Tulpenzwiebeln in schwindelnde Höhen steigen und Pieter gewisse Gesetzmäßigkeiten erkennt. Doch dann werden mehrere Tulpenhändler tot aufgefunden, und Pieters Meister gerät selbst in den Sog dieser rätselhaften Mordserie. Denn alle Opfer wurden von Rembrandt porträtiert ...

 
(Verlagsseite)

Eva Völler hat sich schon als Kind gern Geschichten ausgedacht. Trotzdem verdiente sie zunächst als Richterin und Rechtsanwältin ihre Brötchen, bevor sie die Juristerei endgültig an den Nagel hängte. "Vom Bücherschreiben kriegt man einfach bessere Laune als von Rechtsstreitigkeiten. Und man kann jedes Mal selbst bestimmen, wie es am Ende ausgeht." 
Die Autorin lebt mit ihren Kindern am Rande der Rhön in Hessen.


25 Kapitel
Danach
Nachwort


Von Eva Völler habe ich bisher nur ein Jugendbuch gelesen, sodass ich sehr gespannt auf ihren historischen Roman war, der auch einen Krimi-Anteil enthält. Zu Beginn habe ich mich ein bisschen mit dem Buch schwer getan, aber das lag nicht an dem Schreibstil, der sich gut lesen lässt, oder der Geschichte, die ich von Anfang an interessant fand. Mein Problem war der Protagonist, der in der Inhaltsangabe zu Recht als 'Sonderling' bezeichnet wird - vor allem in der damaligen Zeit war sein Verhalten sehr ungewöhnlich. Sein Denken ist sehr mathematisch und er nimmt fast alles, was ihm gesagt wird, wörtlich und für mich war es nicht ganz einfach, mich in ihn hineinzuversetzen, da er die Welt wirklich sehr analytisch und auf Mathe ausgerichtet betrachtet. Meiner Meinung nach hat die Autorin das gut und konsistent dargestellt, aber ich musste mich erst daran gewöhnen, bevor ich richtig mit Pieter warm werden konnte.

Schon zu Beginn fand ich die Schilderungen von Pieters Ausbildung bei Rembrandt und der künstlerischen Arbeit gelungen. Man konnte sich gut vorstellen, in der Werkstatt zu stehen und obwohl ich mich nicht mit den Maltechniken der damaligen Zeit auskenne, kam mir die Darstellung authentisch vor. Rembrandt selbst war ein nicht immer sympathischer Charakter, aber da die Autorin im Nachwort sagt, dass sie sich hier viele Freiheiten genommen hat, bin ich nun schon neugierig, was sich belegen lässt und was nicht. Der Krimi-Anteil hat mir ebenfalls gefallen; das Rätsel wurde gut aufgebaut, die Handlung war zwischendurch recht spannend und die Auflösung war für mich überzeugend.

In "Tulpengold" wird der Leser in die Zeit des sogenannten Tulpenwahns zurückversetzt, in der in den Niederlanden die Preise für Tulpenzwiebeln rasant anstiegen, sodass viele Menschen ihre Besitztümer versetzten, um ein paar der begehrten Objekte zu erwerben. Im Nachwort erzählt die Autorin, dass das Thema sie fasziniert hat und meiner Meinung nach merkt man das auch. Die Tulpen spielen eine wichtige Rolle und Völler stellt sehr gut dar, wie die Menschen spekulierten, Käufe tätigten und dass es fast schon zu einer Obsession werden konnte. Ich habe mich selbst noch nie mit dem Tulpenwahn befasst, aber ich fand das Thema auch sehr interessant und habe nach der Lektüre des Buches auf jeden Fall Lust, ein wenig dazu nachzulesen und mehr herauszufinden.

Insgesamt war das Buch fesselnd und es hat mich gut unterhalten, doch da ich eine Weile gebraucht habe, um mit dem Protagonisten warm zu werden und ich zu den anderen Figuren gar keine richtige Bindung aufbauen konnte, vergebe ich 3,5/5 Sternen.
WERBUNG
Folgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung:
Homepage der Autorin
Wikipedia-Eintrag zum 'Tulpenwahn'

Herzlichen Dank
_________________

... an den Verlag, der mir das Buch über Netgalley zur Verfügung gestellt haben.
Habt ihr schon von dem Buch gehört?
Oder kennt ihr andere Bücher der Autorin?
Noch einen schönen Tag :)

Kommentare:

  1. Hallo liebe Kerstin!

    "Tulpengold" fand ich auch spannend, als ich den Klappentext gelesen habe. Mit Pieter hätte ich aber wahrscheinlich auch meine Probleme, denn sein mathematisches Denken würde mich wohl ein wenig herausfortdern, denn in Mathe war ich echt noch nie gut. *lach* Den Kunst Aspekt würde ich dafür umso mehr mögen. :) Ich werde erst noch ein wenig überlegen müssen, ob das Büchlein etwas für mich ist, aber deine Einblicke haben auf jeden Fall geholfen. Vielen Dank für deine tolle Rezi!

    Liebste Grüße
    Nina von BookBlossom

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    1. Hey,

      also ich bin absolut kein Mathe-Genie, aber in dem Buch hat wirklich geholfen, dass die Charaktere, denen Pieter von seinen Erkenntnissen und Überlegungen erzählt, auch keine Ahnung haben - so werden die Erklärungen entweder heruntergebrochen oder sie sind für den Rest der Geschichte nicht besonders relevant. Man muss also nicht verstehen, wovon er redet^^ Den Kunst-Aspekt fand ich auch sehr interessant.
      Freut mich, dass die Rezension dir gefallen hat :)

      Liebe Grüße,
      Kerstin

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  2. Hallo Kerstin,

    also hier zieht mich ja schon gleich das Cover magisch an und die Geschichte klingt auch sehr interessant. Allerdings glaube ich, dass mir der Charakter des Pieter auch sehr schwer fallen würde, gerade dieses "alles wörtlich nehmen" und mathematische Denken wäre auch nicht mein Fall. Der Titel bleibt aber auch weiterhin auf der Wunschliste, denn so ein bisschen neugierig bin ich ja doch. ;)

    Liebe Grüße
    Silke

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    1. Hey,

      ich finde das Cover auch sehr schön :) Und am Anfang fand ich Pieters Sichtweise wirklich ein wenig anstrengend, aber nach einer Weile gewöhnt man sich daran und 'stolpert' gar nicht mehr darüber. Er ist auf jeden Fall ein interessanter Charakter und das Buch hat mir insgesamt auch ziemlich gut gefallen :) Kannst du es vielleicht anlesen und sehen, ob du mit dem Protagonisten zurecht kämst?

      Liebe Grüße,
      Kerstin

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