Sonntag, 14. Januar 2018

Rezension | "Begegnung in Red Oak Mountain" von Marla Grey

Forever | eBook | 249 Seiten | 4. Dezember 2017 | B077P8FQTF | Red Oak Mountain (#1)

"Aus Erfahrung wusste ich, dass es die nicht sichtbaren Wunden waren, die am meisten wehtaten. Es war das, was innen drin zertreten wurde. Das Zerstörerischste daran war unsichtbar." // bei 46 Prozent


Reihenfolge der »Red Oak Mountain«-Reihe:

Begegnung in Red Oak Mountain (1)
Wiedersehen in Red Oak Mountain (2)

Wie lange hält die Liebe, wenn dich die Vergangenheit einholt?
Roux Whitton weiß, was er will, und er weiß auch, wie er es bekommt. Affären gehören für ihn zum Alltag, an wahre Liebe glaubt er nicht mehr. Als sein Onkel ins Krankenhaus eingeliefert wird, muss Roux die Verantwortung für dessen Café übernehmen. Zur Unterstützung stellt er die widerspenstige Robin Sanchez ein. Doch die dunkelhaarige Schönheit ist nicht nur gegen seinen Charme immun, sondern scheint ihn auch sonst nicht ausstehen zu können. Und je mehr Roux versucht, einen Blick hinter ihre Fassade zu werfen, desto weiter zieht sich Robin zurück. Als er ihr endlich doch näher kommt, verliert er nicht nur sein Herz, sondern wird auch mit seiner eigenen düsteren Vergangenheit konfrontiert …

Begegnung in Red Oak Mountain ist mein zweites Buch von Marla Grey, die mich mit „Weil ich dich zum Atmen brauche“ auf sich aufmerksam gemacht und im letzten Jahr eine gute Geschichte abgeliefert hat. Ähnliches habe ich natürlich auch von ihren neusten Werken, nämlich die beiden Bände der Reihe „Red Oak Mountain“, erwartet, die die Autorin mir letzten Monat großzügig als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt hat (die Rezension zu "Wiedersehen in Red Oak Mountain" folgt demnächst).

Ähnlich wie bei „Weil ich dich zum Atmen brauche“ (Rezension gibt es hier) empfand ich die Charaktere in Begegnung in Red Oak Mountain als wahnsinnig stark. Ich finde es toll, wie die Autorin diese zeichnet, ihre Gedanken und Handlungen erklärt, wie sie Figuren schafft, die so echt wirken und nicht wie aus einem Baukasten. Nun mal wie echte Freunde aus dem wahren Leben, was es mir leichtgemacht hat, die Beziehungen und Hintergründe zu verstehen, das Handeln der einzelnen Protagonisten zu akzeptieren und je nach Situation Partei zu ergreifen. Ich konnte problemlos in die Geschichte abtauchen und musste nicht erst warm werden mit den Hauptprotagonisten, was mir sehr gut gefallen hat. Meiner Meinung nach gibt es nichts schlimmeres, als eine gute Handlung zu verpassen, nur weil man noch damit beschäftigt ist, die Protagonisten zu verstehen. Das ist bei Marla Grey nie der Fall.

Roux sticht da natürlich hervor, denn man erfährt die Geschichte rund um Red Oak Mountain aus seiner Perspektive. Aber auch wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätte ich seinen Charakter geliebt. Er ist so sympathisch und einfach ... ein korrekter Kerl. Geradlinig, selbstlos und ehrgeizig. Gerade im Umgang mit anderen Menschen, wie beispielsweise seinen Freunden oder seiner Familie, geht er vollkommen auf, er verurteilt andere nicht (gerne) und macht sich von allem selbst ein Bild, bevor er die Meinungen anderer akzeptiert. Er ist nicht nachtragend, sucht für alles und jeden eine perfekte Lösung, gibt ungerne auf, verstellt sich nie und ist einfach immer nur er selbst. Roux ist ein Charakter, den man sich für ein solches Buch und eine solche Liebesgeschichte wünscht. Einfach ein authentischer, liebenswürdiger Mann, dem jede Leserin ein kitschiges und vollkommenes Happy End wünscht.

Robin hat es mir dagegen nicht so einfach gemacht, was aber nicht an der Ausarbeitung lag, sondern einfach an ihrem Charakter. Sie ist ein sehr distanzierter Mensch, der zwar mit einem Knall in diese Geschichte tritt und sich auch nur schwer erschüttern lässt, aber trotzdem ist sie definitiv nicht einfach. Sie lässt Menschen nur sehr schwer an sich heran, lässt sich nur schwer in die Karten blicken und wirkt dadurch viel arroganter und egoistischer, als sie im Endeffekt ist. Klar, sie hat eine schwierige Vergangenheit und viele Faktoren erklären ihr abweisenden Auftreten, aber auch Roux hatte es niemals einfach. Später habe ich sie viel besser verstehen können und auch eine Verbindung aufgebaut, allerdings ist Roux nach wie vor mein absolutes Highlight dieses Buches.

Der Plot und die Handlung sind definitiv spannend aufgebaut, schließlich ist dieses Buch nicht nur eine einfache Liebesgeschichte. Roux und Robin haben dabei einiges zu bewältigen, nicht nur im eigenen Leben, sondern auch zusammen. Ich habe mich durchweg unterhalten gefühlt und auch keine Längen oder langatmige Passagen feststellen können. Roux versucht nun mal immer wieder, die Welt zu retten. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden hat sich schön und abwechslungsreich entwickelt, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass den beiden in der Geschichte mehr Raum für ihre Beziehung geboten wird. Mir persönlich stand das ganze Drama ein bisschen zu sehr im Vordergrund. Aber wahrscheinlich ist das auch einfach nur subjektives Empfinden.

Seltsamerweise habe ich so einen Spleen, dass ich Geschichten, die hauptsächlich in einem Café spielen, einfach liebe. Zum einen natürlich, weil ich kaffeesüchtig bin, zum anderen weil ein Café einfach eine schöne, ruhige und entspannte Atmosphäre schafft. Allgemein gefällt mir die Atmosphäre und die Stimmung in Begegnung in Red Oak Mountain wahnsinnig gut, ebenso wie die Emotionen, die diese transportiert. Das Setting ist schlicht gelungen und hat mich überzeugt.

Genau wie bei meinem ersten Buch von Marla Grey hat mir auch dieses Mal der Schreibstil sehr gut gefallen. Ich hatte sogar das Gefühl, dass sie sich dabei steigern konnte, denn ich habe mich wesentlich wohler gefühlt mit der Geschichte und den Figuren. Ich wollte bei diesem Buch nicht zum Ende kommen. Stattdessen habe ich dank der angenehmen und flüssigen Alltagssprache jede Zeile genossen und die Geschichte von Robin und Roux sehr gerne verfolgt. Deshalb kann ich den zweiten Teil "Wiedersehen in Red Oak Mountain", in dem Roux' Freunde Liv und Nat zueinander finden, kaum erwarten.

Im Großen und Ganzen habe ich an dem Buch Begegnung in Red Oak Mountain außer Kleinigkeiten nichts zu meckern. Warum es trotzdem keine 5 Sterne gibt? Schlichtweg subjektives Empfinden. Mir hat so der letzte Pfeffer gefehlt. Ich denke, Marla Grey kann noch viel mehr, als sie in ihren beiden Büchern bisher gezeigt hat. Trotz allem ist dieses Werk eine tolle und empfehlenswerte Geschichte, die ich den Lesern von romantischen Büchern auf jeden Fall nahelegen kann.


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Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar.
Habt ihr Begegnung in Red Oak Mountain schon gelesen?
Steht es auf eurer Wunschliste?
Ich wünsche euch einen schönen Tag!

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