Montag, 21. Mai 2018

Rezensionen | "Berühre mich. Nicht." + "Verliere mich. Nicht." von Laura Kneidl

LYX | Broschiert | 464 Seiten | 26. Oktober 2017 | 978-3736305274 | Berühre mich. Nicht. (#1)
LYX | Broschiert | 480 Seiten | 26. Januar 2018 | 978-3736305496 | Berühre mich. Nicht. (#2)

"Unterhaltungen können zu Gefühlen führen, Sex täuscht sie nur vor. Und wenn erst einmal Gefühle im Spiel sind, ist es leicht verletzt zu werden." // Seite 170 – Band 1
Reihenfolge der »Berühre mich. Nicht.«-Reihe:

Berühre mich. Nicht. (1)
Verliere mich. Nicht. (2)

Band 1 – Berühre mich. Nicht.
Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts - kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist, zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht. So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint. Und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt das ihr Herz gefährlich schneller schlagen ...

Band 2 – Verliere mich. Nicht.
Sie fürchtet sich vor der Liebe. Doch noch mehr fürchtet sie, ihn zu verlieren ...
Mit Luca war Sage glücklicher als je zuvor in ihrem Leben. Er hat ihr gezeigt, was es bedeutet, zu vertrauen. Zu leben. Und zu lieben. Doch dann hat Sage' dunkle Vergangenheit sie eingeholt - und ihr Glück zerstört. Sage kann Luca nicht vergessen, auch wenn sie es noch so sehr versucht. Jeder Tag, den sie ohne ihn verbringt, fühlt sich an, als würde ein Teil ihrer selbst fehlen. Aber dann taucht Luca plötzlich vor ihrer Tür auf und bittet sie, zurückzukommen. Doch wie soll es für die beiden eine zweite Chance geben, wenn so viel zwischen ihnen steht?
 
» Da dieser Beitrag beide Reihenteile rezensiert, können Spoiler nicht ausgeschlossen werden! «


Band 1 – Berühre mich. Nicht.
Lange habe ich überlegt, ob ich die Reihe bzw. die Dilogie "Berühre mich. Nicht." überhaupt rezensieren sollte. Über diese beiden Bände ist schon so viel gesagt worden und ich habe so viele Hype-Rezensionen gelesen, dass ich mir unsicher war, ob die Blogger-Gemeinde wirklich noch eine Meinung dazu braucht. Letztlich habe ich mich dafür entschieden, denn so ein paar kleine Kritikpunkte hatte ich dann doch. Es ist also keine pure Hype-Rezension.

Zu allererst: Berühre mich. Nicht. ist ein tolles Buch. Überhaupt gar keine Frage. Wer die Veröffentlichungen beispielsweise von Mona Kasten und Bianca Iosivoni mag, wird auch Laura Kneidls Werk mögen. Letztlich ist das "New Adult"-Genre doch sehr einfältig und nahezu gleich. Aber mir fällt immer wieder auf, wie die Autorinnen mit Kleinigkeiten etwas Besonderes erschaffen. Ich habe doch jedes Mal das Gefühl, was vollkommen neues zu lesen, obwohl der rote Faden doch eigentlich immer derselbe ist: Ein Junge und ein Mädchen mögen sich (oder sie hassen sich), sie schleichen Ewigkeiten umeinander herum (entweder trauen sie sich nicht wirklich oder er ist ein Bad Boy), bis sie ihren Gefühlen nachgeben, sie zusammenkommen (oder eine Nacht miteinander verbringen) und es irgendeinen ganz bestimmten Grund gibt, warum die beiden doch nicht zusammen sein können. Sie trennen sich, tun sich gegenseitig weh (oft ist noch eine dritte Person im Spiel), bis dann alles gar nicht mehr so wild ist (oder mit einer dramatischen Situation aufgelöst wird), beide versprechen, füreinander da zu sein, alles zu zweit anzugehen, bis einer nachgibt und sie für immer glücklich werden.

Im Großen und Ganzen geht es darum auch bei Berühre mich. Nicht.. Trotzdem hat mich die Autorin gecatcht. Denn in der Regel sind es wirklich die Figuren, die mich packen können. Je vielfältiger sie ausgearbeitet sind, desto mehr mag ich die Geschichte. Je mehr Details die Charaktere haben, desto leichter kann mich der Plot ansprechen. Auch bei diesem Buch war es so. Weil Sage doch etwas Besonderes ist, mit ihrem Leben und ihrer Umgebung kämpft und vieles aus ihrer Vergangenheit nicht verarbeiten kann. Ich mochte es wirklich sehr, wie sie ausgearbeitet wurde, weil sie gleichzeitig schwach und stark wirkte, weil sie gleichzeitig glücklich und traurig war und weil sie Luca gleichzeitig liebte und hasste. Ich hatte sehr oft das Gefühl, sie steht sich selbst im Weg. Viele ihrer Probleme ziehen sie runter und sie kämpft – aber als Außenstehende war ich mir nie wirklich sicher, ob Sage selbst nicht der Grund ist, warum so vieles in ihrem Leben schiefläuft. Es wirkte alles meist ganz leicht, aber Sage machte es sich schwer. Das hat mich gewurmt und es hat mich gepackt.

Auch Luca darf hier nicht vergessen werden. Anfangs hat mir bei seinem Charakter das gewisse Etwas gefehlt, das besonderes und das außergewöhnliche. Auf mich wirkte er wie eine 0815-Figur, was ich wirklich sehr schade fand. Doch im Laufe der Geschichte zeigt auch er Nuancen in seiner Charakterausarbeitung, die mir gefallen haben und die ich mit dem Bild, das ich mir von ihm gebildet hatte, mühelos vereinen konnte. Nicht alles konnte ich immer so nachvollziehen, viele Handlungsweisen haben mich zum Kopfschütteln gebracht, aber er ist nun mal ein Kerl – und die versteht man ja auch nicht immer. Übrigens hat Luca seinen eigenen Instagram-Kanal: hier (absolut tolle Vermarktung!).

Nun zu meiner Kritik: Meiner Meinung nach kommt das Buch einfach überhaupt nicht in die Gänge. Den Anfang fand ich ziemlich zäh (im zweiten Band war's der Mittelteil, aber mehr dazu in der folgenden Rezension) und oberflächlich und ich hatte wirklich Probleme, mir vorzustellen, wie Laura Kneidl die Geschichte von Sage und Luca über so viele Seiten – 940, wenn man beide Bücher zusammenrechnet – ziehen will. Ich hätte mir mehr Spannung, mehr Überraschung und mehr Pep gewünscht. Über verschiedene Passagen in Sages Leben hätte ich gerne viel mehr erfahren, wie zum Beispiel über die Beziehung zu ihrer Schwester und ihrer Mutter. Aber auch Luca kommt da meiner Meinung nach zu kurz. Früher habe ich zwei Erzählperspektiven verurteilt, aber mittelweile fehlt es mir sehr, wenn ich die Gedanken und Gefühle des männlichen Protagonisten nicht auch lesen darf. Dafür war dann aber leider kein Platz. Letztlich bin ich froh, dass ich die ersten 50 bis 100 Seiten überstanden habe, denn das Buch legt dermaßen zu, dass ich gerade die letzten 200 Seiten ausgesprochen einnehmend fand und das Hin und Her zwischen Sage und Luca auf mich auch kaum anstrengend oder übertrieben wirkte.

Ich denke, dass auch Laura Kneidls Schreibstil meinen Nerv getroffen hat. Dieser lässt sich nämlich spielend mit dem von Mona Kasten und Bianca Iosivoni vergleichen. Diese lockere und leichte Art zu schreiben, die tollen und realistischen Beschreibungen und die großen Gefühle und die Anziehung zwischen den Charakteren konnte sie meiner Meinung nach gut umsetzen. Ein schwacher Anfang, aber ein starkes Ende.



 "Nichts stand mehr zwischen uns und unseren Gefühlen. Ein Zustand, beinahe zu perfekt, um wahr zu sein." // Seite 406 – Band 2

Meinung – Band 2 – Verliere mich. Nicht.
Der erste Band "Berühre mich. Nicht." hatte mir in vielen Punkten sehr gut gefallen, aber leider nicht in allen. Der Anfang des Buches war mir zu schwach umgesetzt und die Geschichte kam mir persönlich auch viel zu langsam in Fahrt. Trotzdem hatten mich Sage und Luca überzeugen können und spätestens nach dem Cliffhanger war mir klar, dass ich auch den zweiten Band unbedingt lesen möchte. Im Großen und Ganzen kann ich mich meiner Kritik zum ersten Buch nur anschließen, denn auch hier habe ich die gleichen Schwächen feststellen können.

Jedoch muss ich dazu sagen, dass es dieses Mal nicht der Anfang war, der mich enttäuscht hat, sondern der Mittelteil. Nach den Ereignissen am Ende des ersten Buches, knüpft die Geschichte von Verliere mich. Nicht. nahtlos daran an. Sage muss sich erstmal fangen, sucht sich eine Bleibe und verarbeitet die letzten Stunden, in denen ihr Leben und ihr Glück ihr wieder mal unter den Füßen weggezogen wurden. Gerade diese Szenen – das Verarbeiten und Reflektieren von Gesagtem, das erste Wiedersehen nach dem Streit, der Umgang mit der Trennung – finde ich nach einem Bruch immer wahnsinnig spannend und interessant. Gerade diese peinlichen Silvester-Szenen und Lucas Rebellion hat die Autorin wunderbar einnehmend umgesetzt und in mir eine Achterbahnfahrt der Gefühle ausgelöst.

Danach flacht meiner Meinung nach die Geschichte leider komplett ab. Sages Geheimnis ist immer noch geheim, ihre Ängste immer noch schlimm und ihr Trennungsschmerz immer noch aktuell. Ich frage mich, wieso die Autorin daraus nicht mehr gemacht hat. Stattdessen dreht es sich weiterhin eigentlich nur darum, wie Luca und Sage umeinander herumschleichen, wie sie distanziert, aber weiterhin höflich miteinander umgehen und wie sie sich bestmöglich aus dem Weg gehen können, damit alte Gefühle nicht nochmal hochkommen. Auch andere losen Fäden wurde nicht wirklich thematisiert oder aufgenommen, obwohl gerade Aprils Freunde oder Sages Familie einiges an Potenzial geboten hätten. Stattdessen wird ein fast inhaltsloser Plot über 100 oder mehr Seiten gezogen und nichts aufregendes passiert. Weder nach vorne und auch nicht nach hinten. Selbst Rückschritte in der Handlung hätte ich hingenommen, um zumindest das Gefühl zu haben, dass in diesen 100 Seiten überhaupt etwas passiert.

Aber auch dieses Mal haben Luca und Sage das Buch für mich retten können. Denn die beiden sind einfach zwei sehr tolle Charaktere, die ich so liebgewonnen habe, dass mir ihr Trennungsschmerz selbst körperlich sehr nahe ging. Beide leiden wie die Tiere, tun aber so, als sei alles in Ordnung, vor allen Dingen dann, als Sage wieder bei Luca einzieht und als sie seine Mum kennenlernt. Die Dynamik und die Anziehung zwischen den beiden ist einfach perfekt und ich habe wirklich lange auf den Moment warten müssen, als sie sich wieder näherkommen und einander verzeihen. Als sie sich gegenseitig die Wahrheit sagen und sich vertrauen. Das war einfach ein toller, herzerwärmender Moment. In jedem Fall finde ich es toll, wie die Autorin die Geschichte letztlich zu Ende gebracht hat und dass sie nach dem Tief im Mittelteil wieder zulegen konnte.

Band 1 – Berühre mich. Nicht.
Berühre mich. Nicht. hat mich abgeholt und mich gefangen genommen, wenn auch erst relativ spät. Die Geschichte ist toll umgesetzt und Sage und Luca sind zwei wunderbare Charaktere, die schlichtweg zusammengehören! Ich fand dieses Werk empfehlenswert, auch wenn ich hoffe, dass die Autorin in der Fortsetzung noch ein wenig zulegen wird – gerade was den Handlungs- und Spannungsaufbau betrifft.



Band 2 – Verliere mich. Nicht.
Alles in allem fand ich Verliere mich. Nicht. gut. Es ist in jedem Fall ein lesenswertes Buch, das die typischen "New Adult"-Elemente perfekt miteinander vereint. Ich hätte die Geschichte zwar gerne geraffter gehabt um ein kurzweiligeres Leseerlebnis zu genießen, dennoch habe ich das Buch gerne gelesen und bin gerne Lucas und Sages Erlebnissen gefolgt. Ich kann die Reihe daher empfehlen.
 

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Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar zu Verliere mich. Nicht..
Habt ihr die Dilogie schon gelesen?
Steht es auf eurer Wunschliste?
Ich wünsche euch einen schönen Tag!

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Das Urheberrecht des Klappentextes unterliegt dem LYX Verlag.
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