Freitag, 3. August 2018

Rezension | "Beim zweiten Mal küsst es sich besser" von Poppy J. Anderson

Selbstverlag | eBook | 217 Seiten | 16. November 2013 | B00GPYF5BE | Band 1

"Wenn sie gewusst hätte, dass er sich hier niedergelassen hatte, wäre sie sicher nicht hergekommen." // bei 14%
Hailsboro, Band 1
Nachträglich ins Glück (2)
Ein Hinterwäldler zum Verlieben (3)
Hals über Kuss (4)
8 Pfoten und ein Traummann (5)
Der und niemand sonst (6)
Herzensbrecher gesucht (7)

(Amazon.de)

Eigentlich hatte Kate vorgehabt, sich in der osttexanischen Kleinstadt, in der sie aufgewachsen ist, von dem Schock zu erholen, ihren Verlobten nackt auf ihrer Couch mit der gemeinsamen Nachbarin erwischt zu haben, und etwas Abstand zwischen sich und das Großstadtchaos von Los Angeles zu bringen. Dass ihre Großmutter die besten Kuchen der Welt backt, ist da nur von Vorteil, schließlich wünscht sich Kate, etwas bemuttert und umsorgt zu werden. Unglücklicherweise findet sie sich prompt im Kleinstadttratsch wieder, da ihr ein Flirt mit dem Highschoolfootballtrainer Hugh unterstellt wird! Ausgerechnet mit Hugh, ihrem ehemals besten Freund, der das Privileg besessen hatte, ihr nicht nur den ersten Kuss zu geben, sondern auch andere erste Male mit ihr zu erleben. Doch mit der ersten Liebe ist es wie mit einem Kuchenrezept. Manchmal klappt es beim ersten Anlauf nicht, doch dafür schmeckt der zweite Versuch köstlich.

(gekürzt von Amazon.de übernommen)

Poppy J. Anderson Kindheitstraum war es, Autorin zu werden und all die Geschichten zu erzählen, die ihr durch den Kopf spukten. Wie das Leben jedoch so spielt, machte sie erst das Abitur, studierte dann Germanistik und Geschichte, fand sich im Ausland wieder und begann anschließend eine Doktorarbeit über internationale Sicherheitspolitik. Das Schreiben blieb ihr ständiger Begleiter, bis sie Ende 2012 ihren ersten Roman veröffentlichte. Ungefähr zwei Jahre und einige Bücher später wurde sie zur ersten deutschen Selfpublisherin, die über eine Million Bücher verkauft hatte. All ihre Romane kamen auf Platz 1 des Kindle-Rankings.
[...] 
In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich mit ihren Hunden Zipi, Anton, Pippa und Ari, verreist gerne an die abgelegensten Orte der Welt, kocht für ihr Leben gern und lacht so laut, dass davon die Nachbarn wach werden.
Für ihre Romanhandlungen wird sie von alltäglichen Begebenheiten, witzigen Vorkommnissen aus ihrem Freundeskreis und plötzlichen Ideen inspiriert. Sie sagt, dass ihre Leser/innen bei der Lektüre lachen, weinen, schmunzeln und seufzen sollen - Hauptsache, sie freuen sich am Ende des Buches über das Happy End.


Danksagung
Vorschau: New York Titans - Band 14
10 Kapitel
Epilog
Nachfolgebände


"Beim zweiten Mal küsst es sich besser" erzählt die Liebesgeschichte von Kate und Hugh. Die beiden sind quasi gemeinsam aufgewachsen, waren beste Freunde, die sich ineinander verliebt haben - doch dann ist die Beziehung zerbrochen. Dementsprechend schwierig ist die Situation, als sie sich nun nach Jahren wieder begegnen. Einerseits ist die alte Vertrautheit noch da und auch die großen Gefühle sind noch nicht abgeklungen, andererseits ist Kate nicht sicher, ob sie sich wieder auf ihn einlassen möchte, vor allem, da sie erst vor kurzem von ihrem ehemaligen Verlobten betrogen und verletzt wurde.

Die Geschichte spielt zu großen Teilen in der Gegenwart, doch es gibt auch eingeschobene Rückblicke in die gemeinsame Vergangenheit der Charaktere. Diese Szenen haben mir irgendwie am besten gefallen; sie waren sehr süß und Anderson hat gut dargestellt, wie nahe die beiden sich zuerst als Freunde und dann als Paar standen. Ihre jugendliche Unschuld kam auf jeden Fall rüber und es war deutlich, dass die Beziehung trotz ihres Alters ernst und echt war. Besonders gefallen hat mir dabei, dass diese Szenen sich hauptsächlich auf Hughs Sichtweise konzentrierten, da ansonsten Kate im Mittelpunkt stand. Wie alles zu Ende gegangen ist, wird dabei erst nach und nach enthüllt. Man weiß früh, dass Hugh ihr sehr weh getan hat, doch was genau passiert ist, erfährt man erst recht spät. Danach konnte ich absolut nachvollziehen, wieso sie sich nicht sicher war, ob sie ihm wieder näher kommen sollte, doch davor... gerade, da ihre Großmutter und auch ihre beste Freundin ihn mögen, war Kates Abwehrhaltung für mich etwas unverständlich, selbst in Anbetracht dessen, dass gerade erst ihre Verlobung zerbrochen ist.

Die Chemie stimmte auch in der Gegenwart noch und obwohl die Protagonistin zunächst auf Abwehr schaltet, ist offensichtlich, dass sie sich nach wie vor zueinander hingezogen fühlen. Die erneute Annäherung der beiden fand zwar teilweise 'Off-Screen' statt (man hat in Gesprächen mit Kates bester Freundin davon erfahren) und in einigen Punkten geht die Autorin nicht unbedingt in die Tiefe, doch das hat mich nicht gestört. Bei "Beim zweiten Mal küsst es sich besser" handelt es sich schließlich um einen 'Kurzroman' und insofern fand ich das Erzähltempo passend; die wichtigsten Szenen wurden ausführlich geschildert und die Entwicklung der neu aufkeimenden Gefühle war definitiv glaubwürdig. Das Ende konnte mich jedoch nicht richtig überzeugen. Die Botschaft der Geschichte hat mir gefallen und ich mochte auch, dass anerkannt wurde, dass beide zu der Situation beigetragen haben, doch es hat bei mir einen etwas bitteren Nachgeschmack hinterlassen, wie der Konflikt schließlich aufgelöst wurde. Ich konnte Kates Zögern sehr gut verstehen und fand, dass sie alles in allem etwas zu schnell weich geworden ist, auch wenn das wohl der Kürze des Buches geschuldet ist. Deshalb habe ich bei der Bewertung einen halben Stern abgezogen.

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