Sonntag, 18. November 2018

Rezension | "Der Mann am Grund" von Iva Procházková

Braumüller Verlag | Taschenbuch | 445 Seiten | 1. Oktober 2018 | 978-3992002221 | Band 1
Originaltitel: Muž na dně

"Er hatte die Erfahrung gemacht, dass das, was für viele von ihnen nach einer Routineangelegenheit aussah, oft der Anfang einer wichtigen Spur war." // Seite 119
Kommissar Holina / Vraždy v kruhu, Band 1
Dívky nalehko (2)

  
(Verlagsseite)

Ein Leichenfund nahe Prag sorgt für Wirbel: Ein für seine sehr speziellen Methoden bekannter Polizist wird, tot in seinem Auto sitzend, auf dem Grund eines Baggersees entdeckt. Die Spuren führen den Prager Hauptkommissar Marián Holina und seinen jungen Kollegen Diviš Mrštík unter anderem zu einem Marihuana-Züchterpärchen, einem renommierten Architekten und der Inhaberin einer Sprachschule. Der Kreis der Verdächtigen wird immer größer, das Zweierteam braucht Verstärkung. Die wird ihm nicht nur in Gestalt der für den eher bedächtigen Holina übereifrigen Kommissarin Lída Šotolová zugeteilt, sondern auch Holinas Geliebte Sabina, pikanterweise die Ehefrau eines seiner Kollegen, wird als Astrologin zu Rate gezogen und erstellt Horoskope. Als im Laufe der Ermittlungen auch noch mehrere Zeugen, die etwas Licht in den Fall hätten bringen können, auf teils spektakuläre Weise ums Leben kommen, wird klar, dass der Mord mit einer Vergangenheit zusammenhängt, in der gleich mehrere der Verdächtigen etwas zu vertuschen haben.

(Verlagsseite)

Die tschechisch-deutsche Schriftstellerin Iva Procházková, Jahrgang 1953, hat sich einen Namen als Kinderbuchautorin gemacht. Ihr umfangreiches Werk wurde mit etlichen Literaturpreisen bedacht. Dazu gehören der Österreichische Jugendbuchpreis, der Deutsche Jugendliteraturpreis, der Evangelische Buchpreis, Luchs des Jahres, aber auch der renommierte tschechische Magnesia Litera-Preis oder Das goldene Band für Jugendliteratur. Procházkovás Bücher sind bisher in 15 Sprachen erschienen. Das Wochenmagazin Die Zeit hat sie 2012 als „bedeutendste Autorin tschechischer Gegenwartsliteratur für Kinder und Jugendliche“ bezeichnet. Nun, da ihre Kinder erwachsen sind, hat Iva Procházková die Zielgruppe gewechselt und verfasst Literatur für Erwachsene, insbesondere Kriminalromane. Sie arbeitet als freiberufliche Schriftstellerin und Drehbuchautorin in Prag.


In "Der Mann am Grund" geht es um einen Fall, der sich in mancher Hinsicht als sehr komplex erweist und bei dem Kommissar Holina und seine Kollegen in viele verschiedene Richtungen ermitteln müssen. Das Opfer war ein Polizist, was die Untersuchung seines Todes nicht gerade leichter macht, denn schon bald stellt sich heraus, dass er nicht unbedingt eine reine Weste hatte und es so einige Menschen gab, die ein gutes Motiv gehabt hätten, um ihn loswerden zu wollen.

Marián ist ein sympathischer Protagonist mit klaren Stärken und Schwächen, der eine gute Kombinationsgabe hat und bei seiner Arbeit sehr sorgfältig vorgeht - auch wenn er ein bisschen unkonventionell denkt, auch auf sein Bauchgefühl hört und sogar die Astrologie in die Ermittlungen integriert, was ich ungewöhnlich, aber recht faszinierend fand, da mir dieses Thema noch nie in Krimis begegnet war. Da allerdings nicht alle an Horoskope glauben, fand ich gut, dass es Personen gab, die dem skeptisch gegenüber standen und bezweifelten, ob sie wertvolle Erkenntnisse liefern könnten, da ich nicht glaubwürdig gefunden hätte, wenn es niemand hinterfragt hätte. Holinas Kollegen waren ebenfalls gut ausgearbeitete Charaktere und mir hat gefallen, dass die Auflösung des Falls nicht schnell vonstatten ging, sondern gründliche und teilweise langwierige Ermittlungsarbeit notwendig war. Dies wirkte realistisch und so konnten unterschiedliche Ansätze und Verdächtige genau beleuchtet werden, sodass man auch diese Figuren gut kennen gelernt und Einblicke in ihr Leben erhalten hat. Da man so viel über ihre Probleme erfahren hat, war es auch leicht, mit ihnen zu fühlen, während man zugleich immer besser gesehen hat, dass das Opfer kein guter Mensch war.

Da mehrere Charaktere ein überzeugendes Motiv hatten, war es interessant zu spekulieren, was passiert sein und wer die Tat letztlich begangen haben könnte. Der Fall an sich war gut konstruiert, die Ermittlungsarbeit war weitgehend interessant, obwohl die Geschichte zwischendurch ein paar Längen hatte, und die Auflösung war stimmig. Zu Beginn hatte ich ein paar Schwierigkeiten damit, die für mich eher ungewöhnlichen Namen auseinander zu halten, vor allem, da so viele Figuren aufgetreten sind, doch das hat sich schnell gegeben und unabhängig davon konnte das Buch mich schnell fesseln. "Der Mann am Grund" hat mir alles in allem sehr gefallen und ich werde die Reihe definitiv weiter verfolgen.
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Herzlichen Dank
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... an den Verlag und Vorablesen für den Gewinn.
Kennt ihr das Buch schon?
Wenn ja, wie fandet ihr es?
Noch einen schönen Tag :)

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Das Urheberrecht der Inhaltsangabe und des Covers unterliegt dem Verlag.

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