Samstag, 2. Dezember 2017

Rezension | "Crystal Hearts" von Lucy Hillermann

Forever | eBook | 290 Seiten | 4. Dezember 2017 | B077P6239K

Sie glaubt sich am Ziel ihrer Träume - da entdeckt Max, dass mit ihr gespielt wird. 
Max wurde im Leben noch nie etwas geschenkt, sie hat sich alles hart erkämpft. Als ihr dann angeboten wird, die Geschäftsführung der eleganten Crystal Bar zu übernehmen, sieht sie die Chance ihrer Karriere gekommen. Doch da tun sich Abgründe auf, die sie nie erahnt hätte … 
Ben dachte, er könnte sein altes Leben hinter sich lassen. Sein neuer Job als Türsteher soll alles ändern. Aber während er seiner neuen Chefin Max immer näher kommt, holt seine Vergangenheit ihn wieder ein. Kann Max ihm noch vertrauen oder ist ihre Liebe zum Scheitern verurteilt?

 
Ich persönlich bin ein großer Fan von Geschichten, in denen die Hauptprotagonisten von ihrer Vergangenheit eingeholt werden und sich mehr oder weniger selbst bei ihrem Glück im Wege stehen. So ähnlich hat auch Lucy Hillermann das in ihrem Debütroman Crystal Hearts ausgearbeitet: gespickt mit spannenden, aber illegalen Machenschaften, mafia-ähnlichen Ganoven und einer gehörigen Portion Liebe.

Der Plot an sich hat mir sehr gut gefallen. Ich finde, die Autorin hat diesen gut ausgearbeitet und eine spannende Geschichte verfasst, die den Leser auf jeden Fall abholt. Denn im Vordergrund steht nicht – wie man meinen könnte – die Liebesbeziehung zwischen Max (Maximiliane ;)) und Ben, sondern vor allem die Arbeit, die Max ausführt und die im Zusammenhang mit den illegalen Geschehnissen rund um die Crystal Bar, das Come In und andere Clubs und Bars steht. Im Laufe der Geschichte werden einige Lügen und Geheimnisse aufgedeckt, die Max eiskalt erwischen und sie in einen tiefen Abgrund zu reißen scheinen. Die Autorin hat das meiner Meinung logisch und realistisch geschildert, ohne zu sehr in die Dramatik-/Klischee-Kiste zu greifen und ohne den Plot lächerlich, übertrieben oder zu gezwungen wirken zu lassen.

Trotzdem war ich ein bisschen überrascht, dass die Beziehung bzw. das Zusammenkommen zwischen Max und Ben so in den Hintergrund tritt. Das Kennenlernen zwischen den beiden wird noch recht ausführlich geschildert, die einzelnen Stationen in ihrer Beziehung werden dann aber im Laufe des Plots immer vager und immer unpräziser. Ich fand das nicht besonders schlimm, da mich die Geschichte rund um die Crystal Bar sehr begeistert hat, allerdings hat mich das Cover und Teile des Klappentextes doch etwas anderes erwarten lassen. Gerade, wenn man sich das Cover anschaut, erwartet man doch zumindest einen Teil von Erotik. Sexszenen werden hier aber nur um Rande angedeutet (keine genau ausgeführt) und auch die Liebesbekundungen sind eher selten, da sich Max und Ben entweder kaum sehen oder es sich am Arbeitsplatz schlichtweg verbieten. Plump oder übertrieben geschilderte Sexszenen sind ohnehin überhaupt nicht mein Fall, deswegen hat es mich auch nicht enttäuscht, dass es keine gab, allerdings hatte ich etwas anderes erwartet und mir wurde auch etwas anderes vermittelt.

Max und Ben geben dem Plot einen besonders interessanten Touch, denn beide Charaktere konnten mich faszinieren. Sie sind authentisch und realitätsnah gezeichnet, wirken durch ihre Ecken und Kanten perfekt in die Geschichte integriert und geben auch zusammen ein sehr schönes Paar ab – obwohl sie beide mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben und es zwischen den beiden sicher nicht immer einfach ist. Auch wenn die Beziehung nicht besonders ausgeführt oder beschrieben ist, merkt man doch, dass sie perfekt füreinander sind, sich gut ergänzen und zusammen ein tolles Paar abgeben. Gerade gegen Ende wurde das für mich immer deutlicher, als sie sich endlich vertrauen und zusammenhalten, um ihre Zukunft zu retten.

Punktabzug gibt es für mich bei Crystal Hearts für den Schluss des Plots. Die Auflösung war mir persönlich einfach ein bisschen mager, nachdem der Plot so stark aufgebaut und mit verschiedenen Spannungsmomenten gefestigt wurde. Die Ganoven nehmen schon einen relativ großen Teil in der Geschichte ein, so dass mir die plötzliche Auflösung doch ein bisschen zu abrupt und zu schnell vonstattenging. Einer von ihnen setzt sich ins Ausland ab, der andere wurde nicht mehr gesehen und der dritte wurde mit einem 0815-Trick überführt und verhaftet. Da hatte ich nach dem starken Plot-Aufbau einfach ein bisschen mehr erwartet.

Punkten konnte dieses Buch von Lucy Hillermann aber auf jeden Fall mit dem Schreibstil, der es nicht nur geschafft hat, dass ich unbedingt die Auflösung von allem lesen wollte oder dass ich mit den Hauptprotagonisten auf ein Happy End hin gefiebert habe. Er hat auch dafür gesorgt, dass ich die kontroversen Gefühle und Handlungen der Protagonisten verstehen konnte, obwohl ich vieles anders entschieden hätte. Der Perspektivenwechsel hat mir persönlich sehr gut gefallen, allerdings mag ich einfach längere Kapitel lieber. Der ständige Sprung zwischen den Blickwinkeln hat mich anfangs irritiert, aber ich habe mich schnell daran gewöhnen können.

Ich hätte Crystal Hearts von Lucy Hillermann so gerne 5 Sterne gegeben, aber leider hat mich das Buch nicht hundertprozentig überzeugen können, eher zu 80%. Es ist ein schönes und interessantes Buch mit vielen spannenden Elementen und glänzt mit einer problembelastenden, aber doch aufrichtigen Liebesgeschichte. Ich bin auf jeden Fall ein Fan von Lucy Hillermann geworden und freue mich auf zukünftige Werke.


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Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.
Werdet ihr Crystal Hearts lesen?
Steht es auf eurer Wunschliste?
Ich wünsche euch einen schönen Tag!

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Das Urheberrecht des Klappentextes unterliegt dem Forever Verlag.
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